Startschuss Teil 1: Die ersten Gedanken

Gedanken zu Finanzen und Investitionen und ETFs
Quelle: Pixabay

Ich habe mir gedacht, dass es für den Anfang womöglich ganz interessant wäre in mehreren Artikeln die Entwicklung zu beschreiben, wie aus grundlegenden Gedanken und Recherchen zum Thema Finanzen ein immer klareres Konzept und letztlich eine konkrete Aufteilung entstanden ist. Gerne würde ich über einen Austausch in den Kommentaren eure Meinung dazu hören!

 

In diesem Artikel möchte ich zunächst darauf eingehen, wie meine Überlegungen generell angefangen haben und welche Aufteilung zwischen risikoarmen und risikobehafteten Teil angepeilt ist. In weiteren Artikeln der „Startschuss“-Serie gehe ich auf die Aufteilung zwischen den gewählten ETFs ein und anschließend darauf, welche ETFs konkret bespart werden sollen und bei welchen Direktbanken dies erfolgen soll. Abschließend geht es darum, was ich nach meiner ersten Investition zu tun gedenke, wie das Ganze also längerfristig aussieht. 

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Gedankenspiele

Am Anfang stand also die logische Erkenntnis, dass mit dem ersten festen Job von nun an regelmäßig und „sicher“ ein monatliches Einkommen auf dem Girokonto eintrudelt. Zusätzlich gab es eine bereits vorhandene gesparte Summe, die bereits auf dem Girokonto und teilweise auf einem Bausparvertrag der Schwäbisch Hall schlummerte. 

Bereits vorhanden ist also ein Bausparvertrag, auf den ich auch meine vermögenswirksamen Leistungen einzahle. Außerdem leiste ich – da im öffentlichen Dienst angestellt – Beiträge für die Zusatzversorgung des öffentlichen Dienstes, also im Grunde eine Betriebsrente.

 

Was nach kurzer Recherche auch klar war: es ist klug, nicht nur auf ein Pferd zu setzen, sondern in jeder Hinsicht möglichst breit zu diversifizieren. 

 

Der risikoarme Teil

Das erste was ich gemacht habe, war mich zu informieren, welche Möglichkeiten generell sinnvoll sind und in Frage kommen. Bausparer war ja eh schon vorhanden. Der Rest schlummert auf einem Girokonto + Kreditkarte der DKB. Bei der DKB erhielt man bis jetzt auf der Kreditkarte 0,6% p.a., was ab Oktober 2016 jedoch auf 0,4% gesenkt wird. Ich habe mich dann hinsichtlich des risikoarmen Teils zunächst mit Tagesgeld und Festgeld beschäftigt. 

Oftmals bin ich auf die Idee der Festgeldleiter gestoßen, dass man also beispielsweise drei Festgeldkonten einrichtet über 1 Jahr, 2 Jahre und 3 Jahre und dann immer nach einem Jahr ein neues Festgeldkonto für 3 Jahre abschließt. So bleibt man relativ flexibel, indem man jedes Jahr erneut Geld ausgeschüttet bekommt und immer wieder einmal im Jahr die besten Angebote wahrnehmen kann.

Was mich an der Festgeldleiter gestört hat, ist zum einen der Gedanke, dass ich mehrere Konten bei verschiedenen Banken abschließen muss. Das finde ich zunächst mal etwas nervig und man verliert auch eher den Überblick und muss jedes Jahr erneut auf die Suche gehen, um dann wieder ein Konto bei einer neuen Bank einzurichten.

Das alles würde ich trotzdem akzeptieren, wenn es dann wenigstens eine annehmbare Verzinsung geben würde. Die gibt es aber momentan einfach nicht. Wenn ich Vergleiche starte, z.B. auf kritische-anleger.de, dann empfinde ich die Zinsen auf's Festgeld einfach als zu gering dafür, dass ich den oben angesprochenen Stress habe und trotzdem nicht flexibel an das Geld komme.

In Frage kommt dann eher das Tagesgeld. Aber für vielleicht 0,7% p.a. (das ist so ungefähr die beste Verzinsung, die ich bei einem Vergleich mit passenden Konditionen für das Tagesgeld gefunden habe) ein Konto eröffnen...? Bei der DKB bekommt man auch (künftig leider nur noch) 0,4% p.a. auf der Kreditkarte. Ich habe die Differenz von 0,7% p.a. zu 0,4% p.a. mal durchgerechnet für meine Summen. Ich finde es lohnt sich einfach nicht. Für die paar Euro ist es mir schon zu aufwendig, das Konto zu eröffnen, das Geld zu transferieren und den Überblick zu behalten. 

 

Update 01.10.2016: Gerade habe ich gelesen, dass die DKB ab Dezember 2016 ein Tagesgeldkonto mit 0,4% p.a. anbietet. Das könnte dann auch noch eine Option werden. Bei der DKB ist generell ein Vorteil, dass man eine Kreditkarte erhält, mit der man weltweit gebührenfrei Geld abheben kann.

Im Moment sieht daher alles danach aus, dass es hinsichtlich des risikoarmen Teils beim Bausparer (0,75% p.a.) und dem DKB Girokonto (0,00% p.a.) + Kreditkarte (0,4% p.a.) bleiben wird.

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Der risikobehaftete Teil

Hier bin ich durch diverse Foren, Blogs (www.finanzrocker.net,  www.sauerkrautundzaster.de , www.finanzwesir.de usw.) und diverse weitere Artikel relativ schnell auf den Trichter mit Aktienindexfonds gekommen. Einige völlig logische Gründe sprechen dafür, die ich kurz auflisten will. Für Informationen, was ETFs überhaupt sind und machen, einfach googeln. Ich denke das brauche ich hier nicht noch einmal breit treten. Hier soll es nun eher um meine persönliche Ansicht und Vorgehensweise gehen.

1. Der lange Anlagehorizont: hat man noch viel Zeit bis zum Renteneintritt (> 15-20 Jahre), so wird das Auf und Ab an der Börse geglättet und es ergibt sich auf lange Sicht ein stabiles Wachstum. Denn die Märkte wachsen auf LANGE Sicht immer.

 

2.  Die Diversifikation: man investiert in tausende Unternehmen weltweit und streut dadurch natürlich ungemein das Risiko. Man kann durch die Wahl der ETFs einzelne Regionen mehr oder weniger stark gewichten bzw. seine Aufteilung eher nach Marktkapitalisierung oder nach BIP gewichten. Das hat kaum mehr etwas mit dem sehr verbreiteten Gedanken, die man mit der Börse assoziiert,  von wegen „Jetzt schnell zehntausend Euro auf Apple!!!“ oder so in der Art. Man denkt langfristig. Und das führt auch zum nächsten Punkt:

 

3. Optimal für passive Anleger: ich finde das Thema "Finanzen" zwar seit neustem interessant, habe aber trotzdem keine Lust, mich zwanghaft jeden Tag nach den Kursen zu erkundigen und mir meinen Schädel zu zermartern, in was ich als nächstes investieren soll. Stattdessen lege ich mich doch lieber anfangs einmal auf meine ETF-Aufteilung und ETF-Auswahl fest (siehe folgende Artikel dieser Serie) und schaue dann nur ab und zu nach, ob mein gewünschtes Aufteilungsverhältnis noch besteht, oder ob es durch die Ausschüttungen abweicht (Stichwort Rebalancing). 

 

4. Geringe Gebühren: da nicht aktiv getradet wird, sondern einfach der Index des jeweiligen Wetpapiers abgebildet wird, entstehen natürlich geringere Gebühren. Zudem scheitern scheinbar 80 – 90% der aktiv gemanageten Fonds daran, ihren Vergleichsindex zu schlagen. Dann doch lieber direkt in Indices investieren.

 

5. Keine Chance gegen Hochfrequenzhandel: als kleine unwissende Privatperson kann ich gegen die „Großen“ nicht gewinnen. Guter Artikel dazu ist hier zu finden: Finanzwesir-Artikel zum Thema Hochfrequenzhandel.

Man braucht nicht so zu tun, als ob man als einzelne Privatperson die super Voraussicht und Infos hat, wie sich wohl dieser und jener Einzeltitel entwickelt. Da ist für mich einfach zu viel Zockerei und hat nichts mehr mit „Altersvorsorge“ zu tun! 

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Die Aufteilung

Nun gilt es aber noch zu klären, wie viel vom bereits bestehenden „Vermögen“, das auf dem Girokonto verweilt und wie viel vom monatlichen Einkommen in ETFs gesteckt werden sollen.

 

Oftmals habe ich von einer Aufteilung für eher jüngere Menschen von 30% risikoarm, 70% risikobehaftet (ETFs) gelesen, also einem relativ hohen Anteil an ETFs, der dann nach Jahren langsam umgeschichtet wird, sodass sich das Verhältnis wieder zu Gunsten des risikoarmen Teils verschiebt (in den Jahren vor dem Renteneintritt). 

Nun ist das aber natürlich abhängig von der Lebenssituation: Soll in den nächsten Jahren eine größere Anschaffung her, wie ein Auto oder gar eine Wohnung? Soll bald ein Kind in die Welt gesetzt werden?

Denn eins ist wichtig: auf das Geld, welches in die ETFs fließt, sollte man tunlichst erstmal länger nicht angewiesen sein! Denn das Geld soll ja immer weiter arbeiten, sich vermehren und den Zinseszinseffekt ausnutzen. Deshalb im Zweifelsfall lieber großzügiger mit dem risikoarmen Teil sein und zum Beispiel 60% risikoarm, 40% risikobehaftet anstreben. 

Konkret würde eine Aufteilung dann beispielsweise so aussehen:

 

- Ihr habt 50.000 € auf dem Girokonto zusammen gespart.

- Euer monatliches Nettoeinkommen beträgt z.B. 2.500 €.

- Ihr habt euch, nachdem euch klar geworden ist, dass in den nächsten Jahren doch einige größere Investitionen anstehen, für eine Aufteilung von nur 40% ETFs und 60% risikoarm (Bausparer, Girokonto, Tagesgeld,...) entschieden. 

Nun sollen also 40% in ETFs fließen. Diese 40% beziehen sich nun jedoch sowohl beim bereits bestehenden Vermögen als auch beim monatlichen Einkommen nicht auf die Gesamtsumme, sondern nur auf die zum Sparen zur Verfügung stehende Summe.

Beim bereits bestehenden Vermögen (Beispiel 50.000 €) sieht das dann so aus, dass von dieser Summe etwa 5-6 Nettomonatsgehälter quasi als Notnagel direkt mal abgezogen werden. Diese stehen gar nicht erst zum Sparen zur Verfügung, sondern sind beispielsweise für Spontanurlaube, Reparatur Auto/Waschmaschine etc. einfach auf dem Girokonto vorhanden. 

In unserem Beispiel also 5 x 2.500 € = 12.500 € als Notnagel. 

So bleiben von den 50.000 € also nur noch 37.500 € übrig zum Sparen/Investieren. 

Hiervon 40% ergibt 15.000 €. Diese Summe sollte also in ETFs investiert werden. Die restlichen 22.500 € fließen in Tagesgeld/Festgeld/Bausparer etc. 

Beim monatlichen Einkommen werden von den - in unserem Beispiel 2.500 € - zunächst einmal alle monatlich anfallenden Kosten abgezogen: Miete, Essen & Trinken, Versicherungen, Mitgliedschaften Verein / Fitness Studio, Handy, Internet usw. Angenommen nach Abzug dieser Kosten verbleiben von den 2.500 € noch 1.500 €. Hiervon würde ich dann noch einmal als Puffer und für Dinge, die nicht regelmäßig jeden Monat, aber dennoch immer mal wieder anfallen, wie Kleidung, Technik, Ausgehen etwa 300 € abziehen. Bleiben also 1.200 € übrig, die man sparen oder investieren kann (das macht im Übrigen ein Sparrate von 1.200 € / 2.500€ = 48%, was schon sehr, sehr viel ist). Von diesen 1.200 € nimmt man nun wieder 40% und erhält 480 €, die monatlich in ETFs fließen könnten/sollten. Die restlichen 720 € fließen wieder in Tagesgeld/Festgeld/Bausparer. 

So bliebe das 60:40-Verhältnis jeden Monat gewahrt. Andere Situationen ergeben sich natürlich bei Änderungen im Einkommen (Gehaltserhöhung) oder bei Ausschüttungen der ETFs. Dann muss dieses Verhältnis immer mal wieder überprüft und angepasst werden. 

 

So viel erstmal dazu, weiter geht’s dann in Teil 2 (Hier klicken!) mit der Aufteilung der ETFs und anschließend in Teil 3 mit den Depotangeboten sowie der Wahl der richtigen ETFs.

 

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Für den Einstieg rund um das Thema "Passives Investieren" kann ich uneingeschränkt folgende Lektüre empfehlen:

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