Startschuss Teil 2: Aufteilung der ETFs

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Quelle: pixabay

Hier geht es zu Teil 1 der Serie.

In Teil 1 der Startschuss-Serie hatte ich beschrieben, wie ich dazu kam, mich mit dem Thema "Finanzen und Investieren" auseinanderzusetzen und welche Gedanken ich mir bei der Aufteilung von risikoarmen und risikobehafteten Teil gemacht habe. Außerdem hatte ich beschrieben, wie sich das zum Sparen zur Verfügung stehende Geld berechnet und wieso es Sinn ergibt, sich auf die Investition in ETFs zu fokussieren (gerade wenn man am Anfang des Berufslebens steht).

 

Noch einmal: Was ETFs sind und wieso sich diese für einen langfristigen Vermögensaufbau besonders gut eignen, dazu gibt es bereits zahlreiche gute Blogs, allen voran den vom Finanzwesir. Hier möchte ich mehr auf meine persönlichen Beweggründe eingehen. 

Nun geht es um die Aufteilung zwischen den ETFs und wie meine persönliche Wahl diesbezüglich ausgefallen ist. 

 

In die Welt investieren

In zahlreichen Foren und Blogs sowie Onlinemagazinen finden sich Ratschläge zur optimalen Zusammenstellung des ETF-Portfolios.

 

Oftmals wird zu einer Aufteilung auf entweder zwei, drei oder vier ETFs für die meisten Anleger geraten, abhängig vom für die Investitionen zur Verfügung stehenden Geldes/Sparrate und abhängig vom gewünschten Grad der Diversifizierung. Wählt man mehr ETFs, so zahlt man generell mehr Gebühren und hat mehr "Arbeit" damit, die ETFs zu überwachen und anzupassen. Wählt man aber beispielsweise nur einen ETF, so erhält man eine weniger ausgeglichene Aufteilung zwischen den verschiedenen Regionen und Märkten.

 

Letztlich spielt auch eine Rolle, inwieweit die ETFs bei welchen Anbietern überhaupt verfügbar sind und welche Eigenschaften (!) sie haben (zu den Eigenschaften kommt noch mehr in Teil 3 dieser Serie).

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Der Msci World

Oftmals wird – wenn nur in einen oder zwei ETFs investiert werden soll – der MSCI World genannt. Dieser Index setzt sich aus über 1.600 (!) Unternehmen aus über 20 Nationen zusammen, wobei über 50% der Unternehmen aus den USA stammen und fast 30% aus dem europäischen Raum. Japan ist mit etwa 8% vertreten. Betrachtet man wiederum die enthaltenen Unternehmen, so findet sich auf den Spitzenplätzen beispielsweise Apple, gefolgt von Microsoft und Exxon Mobil.

 

Betrachtet man die letzten Jahrzehnte seit Bestehen dieses Indexes, erkennt man die typischen kurzfristigen Schwankungen. Es gibt ein Auf und ein Ab, doch langfristig, über Jahrzehnte, erkennt man deutlich, dass die Trendlinie positiv verläuft und immer steigt. Der Aktienmarkt bzw. in diesem Falle der MSCI World steigt langfristig immer. Aus diesem Grund hatte ich im vorherigen Artikel auch beschrieben, dass man das in ETFs investierte Geld möglichst nicht für Dinge, wie Urlaub oder ein neues Auto verwenden sollte, sondern langfristig (!) für sich arbeiten lassen sollte.

 

Ich schreibe es nochmals auf, auch damit ich selbst bei meinem Vorgehen nie in Versuchung kommen werde: ETF-Investition = LANGFRISTIG, nicht einfach so dran gehen!

 

So, das muss reichen. 

Der MSCI Emerging Markets

Als Kombination aus zwei ETFs wird zumeist eine Beimischung des MSCI Emerging Markets empfohlen. Dieser ETF enthält Aktien aus verschiedenen Schwellenländern, unter anderem China, Südkorea, Taiwan, Brasilien, Südafrika und noch etwa 15 weiteren Nationen. Insgesamt sind mehr als 800 Unternehmen enthalten, also in etwa halb so viele wie im MSCI World, nur eben in völlig anderen Regionen. Was die Unternehmen angeht, so findet sich dort beispielsweise Samsung weit oben oder auch Tencent, das größte Internetunternehmen Chinas.

 

Dass die Kombination MSCI World + MSCI Emerging Markets empfohlen wird, liegt also auf der Hand, da dadurch einerseits die im MSCI World fehlenden Regionen bzw. Unternehmen abgebildet werden können und sich somit eine ausgeglichenere weltweite Mischung ergibt und zum anderen, da man durch die Emerging Markets das Verhältnis von Marktkapitalisierung zu BIP etwas korrigiert, weil die Emerging Markets den größten Anteil am weltweiten BIP ausmachen.  

 

Oftmals wird eine Aufteilung für zwei ETFs mit 70% MSCI World und 30% MSCI Emerging Markets empfohlen. 

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Der STOXX Europe 600 & Der MSCI Pacific

Wer noch weiter aufteilen will und entsprechende Sparraten aufweisen kann, dem wird oftmals eine Aufteilung auf vier ETFs empfohlen. Dies bietet eine sehr optimale weltweite gleichmäßige Aufteilung, indem man NICHT den MSCI World nimmt, sondern einen Nordamerika oder USA ETF (z.B. S&P 500), dazu den MSCI Emerging Markets und dann noch einen Europa/Euroraum-ETF sowie einen Pazifik-ETF. Dadurch erreicht man eine noch ausgewogenerer Aufteilung, da im MSCI World die USA sehr stark vertreten sind. Nimmt man nun extra Europa und Pazifik ETFs hinzu, kann man dem entgegenwirken.

Der STOXX Europe 600 enthält zu 30% Aktien von Unternehmen aus Großbritannien, gefolgt von Frankreich, Schweiz und Deutschland.

 

Empfohlen wird für vier ETFs oftmals:

 

-       30% S&P 500

-       30% STOXX Europe 600

-       30% MSCI Emerging Markets

-       10% MSCI Pacific

 

Ich denke, dass meine Sparraten hinsichtlich der Gebühren (diese fallen bei Investitionen für jeden ETF einzeln an und sind dadurch in der Regel höher, je mehr ETFs man bespart) noch nicht so hoch sein werden, dass 4 ETFs notwendig sind.

 

Zudem missfällt mir bei der 4 ETF-Lösung, dass ich keinen Pazifik-ETF finde, der meinen Kriterien entspricht (dazu in Teil 3 dieser Serie mehr). 

Aus diesen Gründen tendiere ich zu einer 3 ETF-Lösung und habe mich letztlich auch vorerst darauf festgelegt. Es ist außerdem möglich, ungefähr die oben genannte prozentuale Aufteilung der 4 ETFs auch mit 3 ETFs zu erreichen, indem man sich für folgende Aufteilung entscheidet:

 

-       50% MSCI World

-       30% MSCI Emerging Markets

-       20% STOXX Europe

 

Denn, wie bereits beschrieben, sind im MSCI World beispielsweise ca. 50% USA vertreten und ca. 30% Europa. Rechnet man das auf das gesamte oben genannte 3er-Portfolio um, entspricht das 30% USA, etwa 12% Europa und etwa 4% Japan.

Nimmt man dann noch zusätzlich die 20% Europa hinzu und eben 30% Emerging Markets, so landet man bei etwa 30-32% USA, 30-32% Europa, 30-32% Emerging Markets und etwa 7% Pazifik und hat damit im Grunde eine ähnliche Aufteilung wie bei der Lösung mit 4 ETFs.

 

Und genau so werde ich vorgehen. Welche ETFs ich konkret besparen möchte und wieso, erfahrt Ihr in Teil 3. 

 

Für den Einstieg rund um das Thema "Passives Investieren" kann ich folgende Lektüre uneingeschränkt empfehlen:

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