Urlaub und Reisen: Die wahre Quelle der Erholung?

Quelle: pixabay
Quelle: pixabay

In diesem Eintrag soll es um ein Thema gehen, über das ich mir schon öfter Gedanken gemacht habe. Vielleicht kommt es mir nur so vor, aber es macht den Eindruck, als ob der Trend hin zu Fernreisen und Kurztrips, oftmals sogar mehrmals im Jahr, zum Standard bei vielen Menschen geworden ist.

 

Einmal durch Facebook gescrollt sind schöne Urlaubsbilder von fernen und noch ferneren Orten zu sehen, weil wieder einmal jemand verreist ist. Bei vielen Leuten ist „Reisen“ auch schon ein Hobby geworden. Woher kommt die Lust auf das Reisen? Ich denke zum einen ist es der Drang danach neue, interessante und schöne Landschaften und Kulturen kennenzulernen und zum anderen ganz einfach der Drang nach Entspannung. Bezüglich dieser zwei Aspekte möchte ich meine Sichtweise zur Diskussion stellen.

Werbung

Landschaft und Kultur

Das ist ein Argument, das ich sehr gut nachvollziehen kann. In unserem Alltag bewegen wir uns tagein tagaus in einem Radius von vielleicht 10km, sehen außer unseren eigenen vier Wänden und dem Büro bestenfalls noch ein wenig von der unmittelbar umgebenden Landschaft. Auch die „Art von Menschen“, die uns alltäglich über den Weg läuft, ist immer die selbe. Wer empfindet da nicht das Bedürfnis danach, mal etwas anderes zu sehen und an völlig andere, weit entfernte Orte zu reisen? Sicherlich ist dieser Aspekt jedoch auch charakterabhängig. Mir persönlich ist beispielsweise ein fester Tagesablauf sehr wichtig, um einen klaren Kopf zu bewahren und überhaupt entspannen zu können. Das heißt natürlich nicht, dass ich nie in ferne Länder reisen will, nur ist bei mir der Drang danach vermutlich geringer, als bei manch anderen Menschen. 

 

So sehr ich den Aspekt der neuen Landschaften und Kulturen bei Fernreisen, bzw. längeren Urlauben nachvollziehen kann, so frage ich mich, wieso es bei vielen Menschen bei Kurzurlauben oftmals gleich ein Wochenendtrip nach Barcelona oder Paris sein muss, anstatt eines Ausflugs in die direkte Umgebung. Ich möchte dazu einmal ganz provokant eine Gegenüberstellung von einem Kurztrip, beispielsweise nach Paris, gegenüber eines Wochenendes zu Hause mit Ausflügen in die Umgebung aufstellen:

 

Der Kurztrip nach Paris:

  • Stress & Zeitaufwand mit Koffer packen
  • Stress & Zeitaufwand für die An- und Abreise
  • Bei Flug: Ökologisch extrem bedenklich aufgrund der kurzen Aufenthaltszeit am Zielort
  • Sehr hohe Kosten für Unterkunft, Essen, Transfers, Einkäufe 
  • Anderes Bett = schlechterer Schlaf 

Diese Sichtweise auf Wochenendtrips werden viele vermutlich nicht nachvollziehen können, doch so ist sie bei mir. Das heißt nicht, dass ich solche Kurztrips deshalb niemals machen würde. Nur eben vielleicht jedes zweite Jahr, anstatt jeden zweiten Monat. 

Der genannte Kostenaspekt erklärt auch, wieso ich dieses Thema in der Kategorie „Sparen“ eingeordnet habe: es ist nicht von der Hand zu weisen, dass wenn Reisen zu euren „Hobbies“ gehört und ihr mehrere Kurztrips im Jahr macht und dazu noch ein bis zwei größere Urlaube, es ziemlich ins Geld geht und jährlich vierstellige Beträge dafür drauf gehen. Wenn es einem das wert ist, sollte man es natürlich genau so machen. Ich bin allerdings unter anderem auch wegen des Kostenfaktors froh, ein alltagsliebender Mensch zu sein, dem es genügt, einmal im Jahr zu verreisen (wobei ich in 2016 bislang überhaupt nicht verreist bin). 

 

Bei mir ist es sogar vielmehr so, dass ich selbst wenn mir jemand die Flüge für einen Wochenendtrip nach Barcelona oder Paris schenken würde, ich mich kaum freuen würde, sondern eher weniger Lust darauf hätte, beziehungsweise zumindest neutral gestimmt wäre. Alleine wegen des An- und Abreisestresses, der Packerei und den überteuerten Verhältnissen vor Ort. Das alles möchte ich bei einer so kurzen Aufenthaltsdauer nicht in Kauf nehmen.

 

Der Drang nach Entspannung

Die Sehnsucht nach anderen Kulturen und Landschaften bei Fernreisen kann ich also nachvollziehen, nicht aber bei Kurztrips. 

Doch wie steht es allgemein mit der Entspannung im Urlaub? Ich weiß nicht, ob ich mit dieser Einstellung alleine da stehe, aber bei mir sieht es wie folgt aus:

Fahre ich in den Urlaub, so muss ich erst einmal packen und anreisen. Dass dies Stress bedeutet und nicht entspannend ist, da wird mir sicher jeder zustimmen. Viele Leute argumentieren dann jedoch, dass die Entspannung eintritt, sobald man vor Ort ist. Ich finde das trifft nur teilweise zu. Letztendlich empfinde ich es so, dass im Urlaub täglich sehr viele neue und schöne Eindrücke auf einen einprasseln, die erst einmal verarbeitet werden müssen. So schön diese auch sind, eine wirkliche Entspannung tritt dadurch nicht ein, ganz im Gegenteil. Nach dem Urlaub ist es bei mir bisher eigentlich immer so gewesen, dass ich erst einmal das Gefühl hatte „Urlaub vom Urlaub“ zu benötigen, eben wegen der vielen Eindrücke. Ähnlich wie bei Kleinkindern, die feste Tagesabläufe brauchen: je mehr neue und ungewohnte Eindrücke sie haben, desto müder und quengeliger werden sie. Nun will ich natürlich erwachsene Menschen nicht mit Kleinkindern vergleichen, jedoch trifft dies bei Erwachsenen in abgeschwächter Form unterbewusst sicherlich auch bis zu einem gewissen Grad zu. 

 

Richtige Entspannung erlebe ich hingegen, wenn ich einfach NICHTS vor habe. Keine Arbeit, keine Termine, kein Verreisen. Einfach nur ausschlafen und sehen, was der Tag bringt. Eventuell spontan für ein paar Stunden etwas unternehmen, dann wieder einfach herumliegen und sinnieren, hier und da mal wieder einschlummern, vielleicht zum Sport gehen, vielleicht auch nicht, essen, schlafen, lesen, nichts tun. Ein Traum. Entspannung pur. 

Werbung

Der Teufelskreis

Zuletzt möchte ich noch einmal das Thema „Kosten“ aufgreifen, wenn dieser Artikel schon in der Kategorie „Sparen“ liegt ;-) 

Oben hatte ich bereits beschrieben, dass für urlaubsvernarrte Menschen größere vierstellige Summen pro Jahr drauf gehen. Zusammen mit dem (zumindest gefühlten) Trend zu immer mehr Kurztrips und Fernreisen ergibt sich meiner Meinung nach ein Teufelskreis:

 

Du liebst das „Hobby“ Reisen, bist gestresst von der Arbeit und willst deshalb mehrmals pro Jahr verreisen → du brauchst dafür mehr Geld → du arbeitest mehr und härter, um das Geld für all die Reisen und den Konsum zu verdienen → du bist gestresster und ausgebrannter durch die viele Arbeit → du brauchst mehr vermeintlich entspannenden Urlaub (der meiner Ansicht nach wegen der vielen Eindrücke jedoch nicht wirklich entspannt) → du hast das Gefühl, noch mehr Urlaub zu brauchen → du brauchst mehr Geld → du musst mehr arbeiten, … 

Nach meiner Auffassung ergibt sich also, dass man durch weniger Reisen sowohl

  • mehr Entspannung erlebt (durch weniger „stressige“ Trips, bzw. vermehrt Tagesausflüge in die unmittelbare Umgebung anstelle von richtigen „Reisen“)
  • theoretisch weniger Arbeiten muss, da man weniger Geld benötigt. Dadurch...
  • mehr Freizeit hat 
  • einiges an Geld spart (was sich natürlich relativiert, wenn man weniger arbeitet und somit weniger verdient)
  • der Umwelt Gutes tut. 

Wie gesagt, soll das alles nicht heißen, dass niemand mehr verreisen soll. Ich finde nur, dass einige Menschen darüber nachdenken könnten, ob es wirklich mehrere Kurztrips und Fernurlaube im Jahr sein müssen, oder ob nicht ein oder zwei Reisen ausreichen.  

 

Teilen:

Melde dich jetzt für den Newsletter an und erhalte - je nach deinem Interesse - mein Zinskraft-Einsteigerprogramm für Kraftaufbau oder meinen Leitfaden "5 Schritte zur finanziellen Unabhängigkeit" kostenlos!