Meine erste Investition: Depoteröffnung und Gebührenfallen

In der vergangenen Woche war es endlich soweit: nachdem ich mich bei der IngDiba registriert und das Post-Ident-Verfahren hinter mich gebracht hatte, konnte ich meine ETF-Reise beginnen und das erste Wertpapiergeschäft meines Lebens abschließen. Ganz so schnell ging es dann aber doch nicht. Vorher musste natürlich erst einmal Geld auf das Referenzkonto transferiert werden. Diesem Entnehme ich dann wiederum das Geld für das Depot beziehungsweise für die Wertpapierkäufe.

 

Bei der IngDiba nennt sich dieses Referenzkonto „Extra-Konto“ und ist im Grunde genommen ein Tagesgeldkonto mit aktuell 0,35% p.a. Verzinsung. Da momentan bei mir noch einiges Geld einfach auf dem Girokonto der DKB bei 0,0% p.a. Verzinsung vergammelt, habe ich gleich etwas mehr als ich bei meinen ersten Wertpapierkäufen investieren wollte, auf das Extra-Konto transferiert. Nach weiteren zwei Tagen war das Geld dann auf dem Extra-Konto eingetroffen. 

 

Wie möchte ich am Anfang vorgehen?

Ich hatte geplant, im ersten Jahr relativ häufig zu kaufen und dann ab dem zweiten Jahr nur noch regelmäßig quartalsweise, also alle drei Monate, nachzukaufen. Der Grund liegt darin, dass ich für mich persönlich eine Aufteilung des bestehenden „Vermögens“ sowie der monatlichen Sparsummen von 40% ETFs (risikobehafteter Teil) zu 60% Tagesgeld/Bausparer etc. (risikoarmer Teil) anpeile. Wenn ich auf anderen Finanzblogs junger Leute lese, habe ich dadurch einen relativ geringen ETF-Anteil. Allerdings möchte ich mich zunächst einmal herantasten und sehen, wie ich mich fühle, wenn es plötzlich Kursrutsche gibt. Doch zurück zum Thema: am Anfang soll relativ häufig eingekauft werden, weil es anderenfalls relativ lange dauert, bis ich die gewünschte 40:60-Aufteilung erreiche. Diese gewünschte Aufteilung will ich ja möglichst bald erreichen und dann beibehalten. Ich möchte jedoch auch nicht gleich am Anfang einmalig einen sehr hohen Betrag einkaufen, sondern etwas streuen. 

Für die IngDiba habe ich mich entschieden, da dort eine Vielzahl an ETFs, darunter auch meine bevorzugten ETFs, ab einer Order von mindestens 500 € im Direkthandel gebührenfrei zu erwerben sind. Ich kann meine Investitionen folglich genau so anpassen, dass möglichst wenig Gebühren anfallen. Das klappt natürlich nur, wenn denn mal genug Geld zum Sparen jenseits der 500 € zur Verfügung steht. In jedem Fall ist es ein tolles Angebot (hier gelangt ihr direkt zur IngDiba Depoteröffnung!). Bei meinem ersten Kauf in der vorigen Woche habe ich die Summen dann so angepasst, dass möglichst meine gewünschte Aufteilung, die ich bereits in meiner Startschuss Serie in Teil 3 (HIER KLICKEN) beschrieben habe, entsteht: ca. 50% MSCI World, ca. 30% MSCI Emerging Markets, ca. 20% STOXX Europe 600. 

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Wie läuft der Kauf ab?

Der Kauf der Wertpapiere ging dann ganz simpel von statten. Einfach die gewünschte Stückzahl eingeben aus der ungefähr der Kaufpreis resultiert, den ihr für dieses Wertpapier eingeplant habt und dann wird gekauft. Konkret bedeutet das Folgendes: ihr habt euch beispielsweise entschieden, bei eurem ersten ETF-Kauf 1.500 € zu investieren. Ihr wollt die oben genannten drei ETFs mit der ebenfalls oben genannten Aufteilung besparen. Dann geht die Rechnung also wie folgt:

  • 50% MSCI World: 50% * 1.500 € = 750 €
  • 30% MSCI Emerging Markets: 30% * 1.500 € = 450 €
  • 20% STOXX Europe 600: 20% * 1.500 € = 300 €

Nun liegt der aktuelle Kurs für den MSCI Emerging Markets beispielsweise bei 8,23 €. Ihr wollt 450 € in diesen investieren: 450 € / 8,23 € = 54,67 €. Optimalerweise kauft ihr also 54,67 Stück. Da jedoch nur ganze Stücke gekauft werden können, kauft ihr 54 oder 55 Stück. Genauso verfahrt ihr bei den anderen beiden ETFs.

Übrigens: bei obigem Beispiel wäre nur der Kauf des MSCI World bei der IngDiba gebührenfrei, da die anderen beiden Käufe unter 500 € liegen. In dem Fall wäre es dann eventuell klüger, etwas seltener zu kaufen und dafür dann für etwas mehr Geld, sodass für die anderen beiden ETFs auch keine Gebühren anfallen. 

Nach meinem ersten Kauf teilt sich das Gesamtvermögen dann prozentual wie folgt auf (das Diagramm ist aus dem Tool „Portfolio Performance“, das ich jedem nur wärmstens empfehlen kann. Ist super, um die Übersicht und Entwicklung eures gesamten Vermögens zu beobachten.)

 

 

Vermögensaufteilung
Vermögensaufteilung

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Man sieht also sehr schnell, dass der risikobehaftete Anteil, also der ETF-Anteil, nach diesem ersten Kauf noch sehr, sehr gering ist. Hingegen ist der Anteil an Bausparverträgen und anderen Konten (risikoarmer Teil) vergleichsweise hoch. Schaut man sich den Soll/Ist-Zustand bei der Asset Allokation an, wird dies auch in Zahlen belegt: der ETF-Anteil soll 40% betragen, beträgt nach dem ersten Kauf aktuell jedoch lediglich 3,99%. 

 

Asset Allokation
Asset Allokation

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Wieso kein Sparplan? Aufpassen bei den Gebühren!

Wieso möchte ich eigentlich eigenständig und in nur teilweise regelmäßigen Abständen investieren, wenn es doch zahlreiche ETF-Sparpläne gibt, die für mich automatisch jeden Monat das Geld investieren?

Einerseits werden schlichtweg zahlreiche ETFs bei verschiedenen Brokern nicht zur Besparung in einem Sparplan angeboten, andererseits kann ich durch individuelle Einkäufe besser die Gebühren beeinflussen. Bei der Comdirect beispielsweise beträgt die Gebühr in einem Sparplan immer 1,5% des Ordervolumens, egal wie viele Wertpapiere man kauft. Hinzu kommt noch, dass ich ohne Sparplan individuell besparen kann je nachdem, ob aktuell mehr oder weniger Geld zum Sparen zur Verfügung steht.  

Bei den Online Brokern ist es normalerweise hinsichtlich der Gebühren so, dass der prozentuale Anteil von Gebühren an eurer Investition sinkt, je höher eure Investition ist. 

Am besten zeigt sich das bei einem Vergleich. Bei der Comdirect zahlt man in der Einmalanlage pro ETF-Order 4,9 € als Grundentgelt plus 0,25% Orderprovision, jedoch mindestens 9,9 € und maximal 59,9 €:

  • Investiert ihr 300 € in einen ETF entstehen Kosten von: 4,9 € + (300 € * 0,0025) = 14,8 € (eigentlich 5,65 €, aber da die Orderprovision mindestens 9,9 € beträgt, muss diese herangezogen werden).
  • Investiert ihr 5.000 € in einen ETF entstehen Kosten von: 4,9 € + (5.000 € * 0,0025) = 17,4 € (die 0,25% Orderprovision entsprechen bei 5.000 € genau 12,5 €, übersteigen also das Minimum von 9,9 € Orderprovision und werden deshalb herangezogen).

Berechnet man nun die Anteile der Gebühren an der Investitionshöhe, ergeben sich im ersten Fall:

  • 14,8 € / 300 € = 4,9% Gebühren

und im zweiten Fall:

  • 17,4 € / 5.000 € = 0,35% Gebühren

Man sieht also: Obwohl ihr mehr als das 16-fache investiert, steigen die Gebühren absolut gesehen nur sehr wenig und relativ sinken sie drastisch. Beim Sparplan liegt man bei der Comdirect immer bei 1,5% Gebühren. Man sieht also: im ersteren der obigen Beispiele sind die Gebühren erheblich höher, als sie es in einem Sparplan wären (4,9% > 1,5%). Im zweiteren Falle kann ich die Gebühren jedoch deutlich senken (0,35% < 1,5%). Folglich bevorzuge ich größere Käufe außerhalb eines Sparplanes. In diesem Falle ist es also klüger, in größeren Abständen etwas größere Summen zu investieren.  Hinzu kommt außerdem wie gesagt noch der Punkt, dass zahlreiche ETFs in Sparplänen nicht bespart werden können. Für mich stand also fest, dass ich keinen Sparplan wähle, sondern meine Investitionen individuell tätigen werde. Darüber, wie sich das nun alles entwickelt, werde ich in kommenden Artikeln berichten! 

 

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