Review: Reactive SlingShot by Mark Bell

Es  wird Zeit für den ersten Eintrag im Themenbereich „Reviews“. Hier sollen Rezensionen sowohl zu Nahrungsergänzungsmitteln und Trainingstools als auch Nahrungsmitteln allgemein erscheinen. Diese Artikel werden in der Regel etwas kürzer sein als die Artikel im Finanzbereich meines Blogs oder im Bereich der Trainingsplanung. Heute geht es los mit der SlingShot von Mark Bell, die ihr auf dem nebenstehendem Foto erkennen könnt.

Wozu dient die SlingShot?

Die SlingShot dient dazu, beim Bankdrücken „overload“, vor allem für den Trizeps, zu erzeugen und gleichzeitig die Schulter zu schonen. Ihr schlüpft einfach mit den Armen in die zwei „Armlöcher“ und schiebt die SlingShot dann knapp bis über die Ellbogen hoch. Beugt ihr den Arm, sollte der Ellbogen bereits wieder sichtbar sein. Anschließend führt ihr wie gewohnt das Bankdrücken aus. Bei der Abwärtsbewegung drückt nun die SlingShot auf eure Brust, dehnt sich und wirkt dadurch bei der Aufwärtsbewegung wie eine Feder, sodass ihr das Gewicht leichter und explosiver hoch drücken könnt. Dabei unterstützt die SlingShot logischerweise am meisten im Bereich direkt an/über der Brust und lässt dann im weiteren Verlauf der Aufwärtsbewegung immer weiter nach, da die Dehnung immer geringer wird.

Genau deshalb gilt es auch aufzupassen, wenn schweres Gewicht mit der SlingShot bewegt wird. Es kann der Effekt auftreten, dass es von der Brust weg sehr einfach ist und dann schlagartig beim „lockout“, also im oberen Teil der Drückbewegung, sehr schwer wird und man die Wiederholung nicht mehr schafft, eben weil die Unterstützung nachlässt, je weiter man im oberen Bereich der Bewegung ist. 

Die Vorteile sind also:

  • Trizeps-"overload“ erzeugen und dadurch den oberen Teil („lockout“) der Drückbewegung verbessern
  • Insgesamt mehr Gewicht bewegen und sich dadurch an höhere Gewichte gewöhnen
  • Bessere Reize setzen durch allgemein höheres Gewicht
  • Die Schulter schonen 
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Positionierung der SlingShot

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Verschiedene Varianten & Größen

Die SlingShot gibt es in verschiedenen Größen, die von S bis 3XL reichen, abhängig vom Körpergewicht. Für mein aktuelles Körpergewicht von etwa 88 kg liege ich genau bei Größe XL, die auch sehr gut passt. Problematisch ist es, wenn ihr eine zu kleine Größe wählt, denn dann bekommt ihr die Schlinge nicht mehr über den Unterarm und Bizeps. Im Zweifelsfall also eher eine Nummer größer bestellen! 

 

Neben den verschiedenen Größen gibt es auch diverse Ausführungen der SlingShot, die man an den unterschiedlichen Farben erkennt:

Quelle: improveyourbench.co.uk

Diese unterscheiden sich wie folgt:

  • Reactive SlingShot (blau oder pink, diese habe ich): diese SlingShot unterstützt am wenigstens, hat also das flexibelste und nachgiebigste Material. Sie eignet sich vor allem für höhere Wiederholungszahlen und weniger starke „Bankdrücker“. Ich habe sie gewählt, weil ich mir nur eine leichte Unterstützung wünsche und der Großteil der Power immer noch von mir und nicht von der SlingShot kommen soll. Außerdem bin ich relativ schwach auf der Bank. Mit der Reactive SlingShot erhöht sich dein 1rm um etwa 5-10% (ich kann ~10% bestätigen, da selbst ausprobiert). 
  • Original SlingShot (rot oder camo): die „originale“ SlingShot war das erste Modell und besitzt ein steiferes Material als die Reactive SlingShot. Dadurch hilft sie mehr und man kann höhere Gewichte drücken. Empfohlen wird diese SlingShot für Gewichte auf der Bank von 100 kg aufwärts. Solltet ihr also 100 kg auf der Bank für mehr als eine Wiederholung schaffen, wird zu dieser SlingShot geraten. Ich persönlich drücke die 100 kg zwar für mehrere Wiederholungen, trotzdem denke ich, kommt die Reactive SlingShot genauso in Frage. Ich habe mit der von einem Freund ausgeliehenen Original SlingShot einmal gedrückt und fand sie auch sehr ansprechend. Mit der Original SlingShot erhöht sich dein 1rm um etwa 10-15%.
  • Full Boar SlingShot (gelb): diese SlingShot ist aus demselben, etwas steiferen Material wie die Original SlingShot gemacht, hat jedoch angewinkelte „Ärmel“, sodass sie sich besser an lange Arme anpasst. Außerdem gibt sie ein wenig mehr Unterstützung als die Original SlingShot, da die Unterstützung bereits etwas früher eintritt. Das ist wiederum hilfreich, wenn man lange Arme hat und damit eine große Range of Motion. Mit der Full Boar SlingShot erhöht sich dein 1rm um etwa 10-20%. 
  • Mad Dog SlingShot (schwarz): für verrückte Hunde. Genauer gesagt: diese SlingShot ist doppelt so dick wie die Original SlingShot. Geeignet ist sie für alle, die Gewichte ab 180 kg auf der Bank drücken. In meinem Studio kenne ich keine einzige Person, die so viel jemals gedrückt hat. Von daher kommt diese SlingShot nur für sehr fortgeschrittene Athleten in Frage. Sie ist ultra steif und gibt maximalen Support. Mit der Mad Dog SlingShot erhöht sich dein 1rm um etwa 15-25%. 

Wie kann man sie in sein Training einbauen?

Es ist nicht ratsam, in jeder Einheit mit der SlingShot zu drücken, allein weil ihr dann kaum Variation im Training habt und die „Power off the chest“ zu wenig trainiert. Nach einer Schulterverletzung kann man die allerdings auch in jeder Einheit verwenden. So kann man für mehrere Wochen die Schultern noch möglichst raus aus der Bewegung nehmen.

Ansonsten ist es sinnvoll, bei beispielsweise drei Bankdrückeinheiten in der Woche, eine mit der SlingShot zu machen. Dann könnt ihr an einem Tag ganz normales, pausiertes Bankdrücken machen, an einem zweiten Tag enges Bankdrücken oder Schrägbankdrücken oder was auch immer und an einem dritten Tag dann SlingShot Bankdrücken, um „overload“ zu erzeugen. Mit den Wiederholungszahlen könnt ihr beliebig spielen. Bei mir kommt im Laufe der Trainingswochen eigentlich alles zwischen 1 und 8 Wiederholungen vor. 

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Meine Meinung – bringt die SlingShot was?

Gekauft habe ich die SlingShot bei einem britischen Reseller auf improveyourbench.co.uk, weil das einfach schneller geht als aus den USA. Auf genannter Seite kostet die Reactive SlingShot knapp 40 Pfund, was aktuell etwa 44,50 € entspricht. Die Original SlingShot kostet knapp 45 Pfund, die Full Boar knapp 50 Pfund und die Mad Dog 55 Pfund. Hinzu kommen jeweils noch Versandkosten, an deren Höhe ich mich nicht mehr genau erinnern kann. Es dürften jedoch um die 8 € gewesen sein.

 

Ich habe die Reactive SlingShot mittlerweile mehrere Wochen und Monate regelmäßig getestet. In jedem Fall macht es Spaß mit ihr zu arbeiten. Sie tut, was sie verspricht. Ich schaffe etwa 10% mehr Gewicht, die Schulter wird etwas geschont und der Trizeps wird richtig traktiert.

 

Jedoch kann ich nicht wirklich sagen, dass sie mich insgesamt im Bankdrücken stärker gemacht hat. Einen Zusammenhang zwischen Nutzung der SlingShot und Kraftentwicklung auf der Bank ist kaum zu erkennen. Ich denke zumindest, dass die SlingShot nicht wirklich mehr bringt als irgendeine andere gute Assistenzübung (Pin Press, enges Bankdrücken, Bankdrücken gegen Bänder etc.). Zumindest zählt sie nicht zu meinen besten Anschaffungen (zu diesen gehören mein Gürtel von Inzer und die SBD Kneesleeves, dazu wird es noch eigene Artikel geben). In jedem Falle benötigt man sie als Anfänger nicht wirklich, zumal man sich mit etwas Geschick auch aus normalen Trainingsbändern seine eigene SlingShot basteln kann (wobei das evtl. nicht ganz so sicher ist). Wenn Geld übrig ist, kann man sie kaufen, ist jedoch sicherlich kein Muss. Zudem hatte ich bereits nach wenigen Wochen einige Risse in den dünnen „Gummis“, die unter der blauen Oberfläche liegen:

 

Meine Bewertung für die SlingShot

PRO:

+ sehr sinnvoll nach Schulterverletzungen

+ guter Reiz im Trizeps

+ Gewöhnung an höhere Gewichte

+ macht Spaß

CONTRA:

- erhöht das 1rm auf der Bank kaum

- relativ teuer

- nach kurzer Zeit Risse im Material 


Zufriedenheit mit dem Produkt:

 

7/10 

Noch ein Hinweis: es gibt auch zahlreiche "SlingShots", die nicht von Mark Bell stammen. Nach Meinung von einigen Bekannten von mir sind diese jedoch genauso brauchbar. Der Vorteil dabei ist auch der Preis. Folgende SlingShots (Bench Blaster) auf amazon.de kosten beispielsweise nur um die 30€ anstatt 50€ für die von Mark Bell:


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