Über 400 € sparen durch Senkung der Fixkosten

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Quelle: pixabay

Ich habe mich bereits in einigen Artikeln mit dem Thema „Sparen“ beschäftigt. Dabei ging es beispielsweise um Einsparungen bei der Wahl des Urlaubsortes oder dem täglichen Mittagessen. 

 

Heute soll es jedoch speziell um die monatlichen Fixkosten gehen. Aussparen möchte ich dabei allerdings bewusst Dinge, wie die Kosten für Lebensmittel oder die Miete. Denn natürlich kann sich jeder eine günstigere Wohnung suchen, allerdings ist das mit einigem Aufwand verbunden, beziehungsweise stellt das eine größere Veränderung dar. 

 

Stattdessen möchte ich mich auf all die Fixkosten beschränken, die man sehr leicht und ohne größeren Aufwand senken kann, indem man beispielsweise einfach den Anbieter wechselt.

Konkret meine ich damit Dinge, wie den Stromanbieter, Internet, Handyverträge, Krankenversicherung sowie KFZ-Versicherung, um nur einige Punkte zu nennen. Oftmals ist es doch so, dass man einfach zu faul ist, einmal alle Fixkosten genau zu prüfen und Vergleiche anzustellen. Oder man denkt sich „ach ja es gibt sicherlich günstige Tarife, aber wegen den paar Euro jetzt wechseln... ist mir zu blöd.“ Dabei ist ein Wechsel heutzutage online meist bequem und ohne großen Aufwand möglich. 

 

Gerne wird zudem vergessen, dass sich diese „paar Euro“ über das Jahr gesehen ziemlich aufsummieren und dann weitaus mehr als „ein paar Euro“ betragen. Die Unternehmen, bei denen man die Verträge laufen hat, werden einen sicherlich nicht darauf aufmerksam machen, dass es woanders deutlich günstigere Tarife gibt. Es gilt also, selbst aktiv zu werden.

 

Ich persönlich habe für mich eine solche Übersicht der monatlichen Fixkosten, die leicht zu vermeiden sind, aufgestellt und anschließend zahlreiche Angebote verglichen und gewechselt. Ich denke es ist sicherlich auch für euch interessant zu sehen, was sich ungefähr einsparen lässt (wobei dies natürlich sehr individuell ist – Potentiale gibt es jedoch normalerweise immer).  

Wie stark konnte ich meine Fixkosten senken?

Es folgt eine Übersicht über meine Tarifwechsel des letzten und des aktuellen Jahres und der jeweiligen Einsparung:

 

Stromanbieter

Ich habe für einen Stromanbieterwechsel einen Vergleich angestellt und bin nun online von den Stadtwerken München zur Thüringer Energie gewechselt, da mir der Strom von dieser im Vergleich als bestes Angebot angezeigt wurde. Gezahlt habe ich zuvor bei meinem Verbrauch 384 € im Jahr. Bei der Thüringer Energie sind es nun 335 €! Zudem gab es durch den Abschluss des neuen Vertrages einen Bonus in Höhe von 100 €, sodass sich die Gesamtjahreskosten auf nur 235 € belaufen! 

 

Hier den Anbieter unter Beachtung der Kündigungsfrist öfters zu wechseln, ist also auch wegen der Neukundenangebote wirklich lukrativ und mit wenigen Klicks geschehen. Ich habe für den wechsel online vielleicht 10 Minuten gebraucht. 

  • Ersparnis in einem Jahr: 384 € - 235 € = 149 €

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Handy/Smartphonetarif

Bis vor kurzem hatte ich  einen O2-Vertrag laufen, den ich am Anfang meines Studiums abgeschlossen hatte und der sich nach zwei Jahren automatisch verlängert hat. Damals war das ein extra „Studententarif“ gewesen und ich habe mir nach Abschluss des Vertrages einige Jahre gar keine Gedanken mehr darüber gemacht, ob es sich dabei um ein besonders gutes oder schlechtes Angebot handelte. Ich dachte mir nur „Studententarif, kann nicht so falsch sein, passt“. 

 

Dass aber im Laufe der Jahre langsam aber sicher erheblich bessere Tarife auf den Markt gekommen sind, habe ich nie wahrgenommen, weil ich ganz einfach nie mehr danach recherchiert habe. Schließlich hat man ja auch noch andere Dinge im Leben zu tun! In 2015 habe ich dann endlich einmal die aktuellen Tarife gecheckt und folgendes festgestellt: ich habe mit meinem „Studententarif“ 20 € im Monat für 300 MB Datenvolumen und 120 Freiminuten gezahlt. In meinem Vergleich habe ich dann festgestellt, dass es mittlerweile Tarife mit 2 GB Datenvolumen und 120 Freiminuten für knapp 7 € gibt!  

 

Ich habe dann unter Beachtung der Kündigungsfrist sofort gewechselt und spare mir nun also etwa 13 € im Monat ein. Ein zusätzlicher Vorteil bei meinem aktuellen Tarif bei WinSim ist, dass ich monatlich kündigen kann.

  • Ersparnis in einem Jahr: 12 x 13 € = 156 €

+++ Update Oktober 2017: Vor einigen Monaten habe ich den 2 GB Tarif upgegradet auf stolze 4 GB pro Monat. Habe gemerkt, dass mir 2 GB heutzutage nicht mehr ausreichen, auch wegen meinen Businesstätigkeiten. Dafür zahle ich aktuell 13,99 € im Monat. Die Vertragslaufzeit beträgt 24 Monate. SMS und Telefonieren sind im Tarif unbegrenzt enthalten. +++ 

Zum Tarifvergleich (*Affiliate-Link):

Internet

Mein letzter DSL-Tarif war noch gar nicht allzu alt (etwa 3 Jahre) und doch gab es bereits bessere Angebote auf diesem schnelllebigen Markt. Leider war ich in diesem Falle noch an die ausstehende Kündigungsfrist von über einem Jahr gebunden. Nachdem ich dann bei meinem Provider (1&1) angerufen hatte und von meiner beabsichtigten Kündigung gesprochen habe kam man mir natürlich direkt entgegen und bot mir einen anderen Tarif an: bislang hatte ich DSL 16.000 und zahlte knapp 35 € im Monat. 

 

Von nun an zahle ich für DSL 50.000 knapp 30 €, also 5 € weniger und habe erheblich schnelleres Internet. Auch hier lohnt es sich also zu vergleichen.

  • Ersparnis in einem Jahr: 12 x 5 € = 60 €

Vergleichsrechner DSL (*Affiliate-Link):

Krankenversicherung

Auch eine ganz wichtige Sache, da man sie eben benötigt und diese recht kostspielig ist. Anders als beim Handytarif und dem Internettarif gilt es bei der Krankenversicherung wirklich genau zu vergleichen, welche Leistungen in den verschiedenen Tarifen enthalten sind. Hier lohnt es sich also, etwas mehr Zeit zu investieren. Oftmals ähneln sich die Preise, jedoch enthalten Angebote dann zum Teil unterschiedliche Leistungen.

 

Erst kürzlich musste ich mich für eine gesetzliche Krankenkasse entscheiden und habe dazu einen Vergleichsrechner angeworfen. 

Hier fällt es mir nun schwer, einen Betrag für die jährliche Ersparnis darzulegen, da ich vorher noch in der privaten Krankenkasse über meine Eltern mitversichert war. Allerdings nehmen wir einfach einmal zum Vergleich den durchschnittlichen Krankenkassenbeitrag einer Person mit meinem Einkommen an. Also den Durchschnittsbeitrag für eine männliche Person mit meinen Daten. Dieser liegt bei etwa 250 € monatlich.

 

Ich habe mich für die hkk entschieden, da diese in mehreren Vergleichen gut bewertet wurde und auch preislich sehr empfehlenswert ist. Momentan zahle ich dort monatlich 244 € und habe einen Zusatzbeitrag von 0,59 %. 

  • Ersparnis im Jahr: 12 x 6 € = 72 €

Kfz- Versicherung

Hier kann ich nicht mitreden, da ich ausschließlich öffentliche Verkehrsmittel sowie mein Fahrrad nutze. Folgend den Meinungen im Internet, lassen sich hier jedoch auch beträchtliche Kosten einsparen. Die Kfz-Versicherung beziehe ich in diese Analyse jedoch nicht ein, da ich sie eben nicht nutze.

 

Gesamte Ersparnis

Allein durch die oben beschriebenen vier einfachen Möglichkeiten der Einsparung (Strom-, Smartphone- und Internettarif sowie Krankenversicherung) lassen sich in meinem Falle also jährliche Kosten von insgesamt 437 € einsparen und das ohne großen Aufwand. 

 

Generell kann ich, nicht nur bei den beschriebenen Tarifen, sondern auch bei der Wahl von Banken oder ähnlichen Einrichtungen nur von folgender, alteingesessenen Denkweise abraten: „Ach, die xyz-Bank oder der xyz-Stromanbieter, die waren schon immer gut! Da weiß man was man hat! Da bin ich schließlich schon seit 20 Jahren!“. 

So denken oftmals ältere Leute. Ich bin vielmehr für das Gegenteil: öfters mal vergleichen und wechseln, wenn es sich anbietet! Seid da einfach möglichst flexibel. Ich rede nicht davon, alle zwei Wochen Vergleiche anzustellen. Aber in der Hinsicht einfach einmal im Jahr oder alle zwei Jahre zu recherchieren, ist bares Geld wert und heutzutage dank der Vergleichsrechner und einfachen Wechselprozedur eben mit sehr wenig Aufwand verbunden.

 

Langfristige Ersparnis durch Tarifwechsel

Jetzt kann man wieder das altbekannte Zinseszinseffekt-Beispiel anwenden: was passiert, wenn ich die oben genannten 437 € jährliche Einsparung durch Tarifvergleiche in einen ETF wie den MSCI World investiere? 

 

Hier nehme ich wieder die gleichen Werte wie in meinem Artikel zur Kirchensteuer an: 4,5% durchschnittliche, inflationsbereinigte Rendite und einen beispielhaften Anlagehorizont von 35 Jahren, also fast bis zur Rente. Zu beachten ist, dass ich als Vergleichswert jetzt für jedes Jahr die alten Tarife, ohne Optimierung, heranziehe. Das ist natürlich etwas realitätsfern, da ich sicher nicht für 35 Jahre diese Tarife behalten hätte. Die jährliche Einsparung würde also nicht in jedem Jahr 437 € betragen, sondern öfters auch mal weniger. Aus diesem Grund möchte ich eine durchschnittliche Einsparung von lediglich 300 € jährlich annehmen.

 

Durch den Zinseszinseffekt ergibt sich dann nach 35 Jahren eine Summe von etwa 25.000 €. 

Diese Summe nur durch jährliche Tarifwechsel, oftmals sogar noch inklusive Verbesserung der Leistung (schnelleres Internet, mehr Datenvolumen beim Smartphone etc.) einzusparen, sollte man sich vor Augen halten.

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Kommentare: 4
  • #1

    Jan (Sonntag, 06 November 2016 11:18)

    Hallo Martin,

    danke für den Artikel. War mein Anstoß, die KFZ-Versicherung und den Stromanbieter zu wechseln. Das waren jetzt schnell "verdiente" 300€. Handyvertrag folgt dann im Januar. Geht doch nichts über einen verregneten Sonntag und einen guten Blogeintrag :-)

    Beste Grüße

    Jan

  • #2

    Falco (Samstag, 26 November 2016 13:44)

    Hallo Martin,

    ich komme über die AktienTipp-Gruppe zu dir und habe mich mal auf deinem Blog umgesehen. Ich möchte dir kurz speziell zu diesem Eintrag ein Feedback geben. Als ich den Titel gelesen habe, habe ich mir schon gedacht, dass es im Endeffekt "nur" darum geht, die günstigen Angebote herauszusuchen. Was mich persönlich dabei massiv stört, dass du nur auf den monetären Aspekt eingehst, nicht aber bspw. auf die Menschen dahinter. Konkret beim Beispiel DSL und Handyanbieter. Ich bin bei der Telekom (DSL + Handy) und mir ist bewusst, dass das teurer ist als viele andere Anbieter. Aber frage dich bitte, wo die anderen Anbieter sparen können a) bei der Technik und/oder b) beim Personal. D.h. entweder hast du immer wieder Probleme mit der Technik (bspw. Kabel Deutschland) oder die Angestellten verdienen einen "Hungerlohn". Diese Denkanstöße fehlen mir bei dir. Genauso wie Stromanbieter, du gehst - soweit ich das überflogen habe - nicht auf den Umweltaspekt ein, denn gerade mit solchen Vertragsentscheidungen hab man als Konsument eine Verantwortung. Auch dieses "Anbieterhopping" um die Willkommensboni zu erhalten finde ich persönlich pervers. Grundsätzlich finde ich deine Hinweise nicht falsch, würde mich aber wünschen, dass du das auch betrachtest oder wenigstens auf diese Überlegungen hinweist. Grüße Falco

  • #3

    Zinskraft (Sonntag, 27 November 2016 08:17)

    Hallo Falco,

    Vielen Dank für das ausführliche Feedback! Ich kann deine Gedanken gut nachvollziehen!

    Meine Einstellung dazu:

    - Technik: Ich persönlich hatte nach meinen Tarifwechseln bislang absolut keine Probleme. Evtl wird oft beim Service eingespart, aber das weiß ich nicht, weil ich den bislang nie kontaktieren musste.

    Personal: Verdienen die wirklich einen Hungerlohn bei den günstigeren Anbietern und bei der Telekom nicht? Also ich meine hast du dazu Quellen oder vermutest du das nur?

    Stromanbieter: Man kann bei der Suche nach einem neuen Anbieter zB bei check24 auch filtern, ob ausschließlich Ökostromtarife angezeigt werden. Oft sind diese immer noch erheblich günstiger als das, was man aktuell zahlt.

    Ich kann deine Gedanken gut nachvollziehen, trotzdem sollte man vergleichen. Ich sehe nicht ein, teilweise doppelt so viel zu zahlen als ich müsste.
    Oftmals gibt es sogar beim Anbieter, bei dem man aktuell schon ist (zB Telekom) viel bessere Tarife als den, den man aktuell hat.

    Primär geht es darum, keine veralteten, überteuerten "Tarifleichen" zu besitzen.

    Gruß
    Martin

  • #4

    Ex-Studentin (Donnerstag, 11 Mai 2017 23:33)

    Sparpotential gibt es meistens, wobei ich, zugegeben, zu bequem bin, alle zu nutzen.
    Z.B. habe ich einen lokalen Stromanbieter. Mit meiner Krankenkasse bin ich seit 10-15 Jahren zufrieden, weswegen ich trotz Zusatzbeitrag bleibe. Eigentlich sollte man in guten Zeiten maximal sparen, damit man es in schweren Zeiten einfacher hat.