Das Sparverhalten der Deutschen und meine Asset-Allokation

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Quelle: pixabay

Gemäß einer kürzlich veröffentlichten, repräsentativen Studie der Bank of Scotland spart knapp die Hälfte aller Deutschen gar nicht oder nur gelegentlich. Bei denjenigen die doch regelmäßig sparen, legen etwa 40% Beträge unter 100 € im Monat zurück. Diese Erkenntnis passt gut zum kürzlich erschienenen Artikel auf der Website der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über die Frustration der Deutschen hinsichtlich der mickrigen Zinsen und der weit verbreiteten Ansicht, dass sich das Sparen nicht mehr lohne (siehe dazu FAZ vom 06.11.2016: Sparer, achtet auf den Zinseszins). Tatsächlich ist die Lage nicht rosig. 

 

Wieso es sich dennoch lohnt zu sparen und wo ich meine Kröten geparkt habe, das möchte ich in diesem Artikel thematisieren.

Der Zinseszinseffekt

Zunächst einmal lohnt sich sparen aufgrund des Zinsesezinseffektes immer. Es ist schon erstaunlich, was dieser Effekt teilweise auslöst, wenn man das Ganze einmal durchrechnet. Viele Tagesgeldkonten beispielsweise liegen aktuell bei etwa 0,4% p.a. Verzinsung. Das liest sich wirklich mickrig und schlägt nicht einmal die Inflation. Aber es ist besser als nichts! 

 

Nehmen wir mal eine Summe von 20.000 € an. Entweder man lässt das Geld einfach auf dem Girokonto, oder man legt es auf einem Tagesgeldkonto mit mickriger 0,4% p.a. Verzinsung an. Nach 35 Jahren sind aus den 20.000 € immerhin 23.000 € geworden. Versteht mich nicht falsch, 3.000 € in 35 Jahren zu „verdienen“ ist an sich ein Witz. Aber der Punkt ist eben, dass man diese 3.000 € ohne wirklichen Aufwand und kostenfrei einfach so erhält. Das Tagesgeldkonto ist maximal flexibel, man kommt also genauso jederzeit an das Geld heran wie auf dem Girokonto und die Kontoführung ist kostenfrei. Also: wieso nicht? 

 

Meine Asset-Allokation

Ich habe bereits hier einen Artikel mit einer Übersicht meiner Konten und der prozentualen Aufteilung auf diese (ich werde immer nur in Prozenten sprechen, da ich keine absoluten Beträge in der Öffentlichkeit preisgeben möchte) veröffentlicht. Nun möchte ich kurz genauer auf die einzelnen Konten und Depots eingehen:

Bausparverträge

Es sind einige Bausparkonten vorhanden, die meiner Frau und mir gehören (daher mehrere). Über die Sinnhaftigkeit von Bausparverträgen kann man sicherlich diskutieren und ganze Bücher füllen, in unserer Situation machen diese jedoch durchaus Sinn.

Bei aller Kritik bezüglich Bausparverträgen, unter anderen wegen der hohen Abschlussgebühren, gibt es auch einige positive Aspekte:

  • Zinsbindung: Gerade wenn man noch ältere Verträge laufen hat, kann man diese noch sehr gut bei attraktiver Verzinsung besparen.
  • Die Bauspardarlehen bieten nicht nur sehr niedrige Zinsen, sondern es sind auch jederzeit Sondertilgungen möglich. Bei manchen Tarifen ist sogar eine Ablösung ohne Kündigungsfrist möglich. 
  • Zu einem Bausparvertrag könnt ihr vermögenswirksamer Leistungen von eurem Arbeitgeber erhalten, falls dieser generell vermögenswirksame Leistungen gewährt. Zusätzlich gibt der Staat euch noch ein Zuckerl in Form der Arbeitnehmersparzulage (max. 43 € pro Jahr und Person), sofern ihr bestimmte Einkommensgrenzen (17.900 € Alleinstehende/35.800 € Verheiratete) nicht überschreitet.
  • Auch Wohnungsbauprämie (max. 45,06 € pro Jahr und Person) wird vom Staat gewährt, wenn man als Alleinstehender nicht mehr als 25.600 €, bzw. als Ehegatten 51.200 €.
  • Schließlich ist ein großer Vorteil, dass ich mein Eigenheim ohne Eigenkapital finanzieren kann. Aber es muss nicht gleich ein Eigenheim sein, denn ihr könnt frei wählen, wofür ihr das Guthaben aus der Ansparphase verwenden möchtet. 
  • Last but not least bringt ein Bausparvertrag weitere Diversifikation in euer Portfolio, was immer gut ist. 

Meine Bausparer sind von der Schwäbisch Hall AG.

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Girokonto & Kreditkarte 

Mein „ganz normales“ Girokonto, von dem all meine monatlichen Fixkosten und Einkaufskosten abgerechnet werden und auf das mein Gehalt fließt, habe ich bei der DKB. 

 

Die DKB wurde mir vor zwei Jahren im Vorfeld meines Thailandurlaubes empfohlen, da man bei Eröffnung eines DKB-Girokontos auch eine DKB-Kreditkarte (Visacard) erhält und das Girokonto sowie die Kreditkarte gebührenfrei sind. Außerdem kann man mit der DKB-Kreditkarte weltweit kostenfrei Geld abheben. Ich habe das selbst getestet. Alle im Thailandurlaub an den Geldautomaten angefallenen Gebühren habe ich nach der Reise von der DKB zurück erstattet bekommen.

 

Update 12/2016: Das weltweit kostenlose Abheben ist seit Juni 2016 leider nicht mehr möglich! 

Auszug aus dem Preis- und Leistungsverzeichnis für Privatkunden (bis 30.04.2017)
Auszug aus dem Preis- und Leistungsverzeichnis für Privatkunden (bis 30.04.2017)

Unter Fußnote 16 heißt es dann: Geldautomatenbetreiber können Entgelte erheben, die zusätzlich zum Auszahlungsbetrag belastet werden. Die Höhe dieses direkten Kundenentgelts vereinbart der Geldautomatenbetreiber vor der Auszahlung des Betrages mit dem Karteninhaber am Geldautomaten. Mit der erfolgten Auszahlung gilt dieses Entgelt als akzeptiert. Dieses Entgelt wird von der DKB AG nicht erstattet.

Zudem gibt es auf der DKB-Kreditkarte Zinsen von aktuell 0,4% p.a. (das war mal mehr, aber wir wissen ja wie sich die Zinsen entwickelt haben). Die Kreditkarte fungiert also quasi gleichzeitig wie ein Tagesgeldkonto. Gerade für Reisende kann ich die DKB also wärmstens empfehlen. Auf dem Girokonto schlummert das nötigste Geld für die laufenden Kosten und etwas darüber hinaus. Ein kleiner Teil ist zudem auf die Kreditkarte ausgelagert, wegen der Verzinsung. Von der Kreditkarte kann man übrigens jederzeit Geld zurück auf das Girokonto transferieren. 

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Tagesgeldkonto

Beim Tagesgeld war ich mir lange unsicher. Ich hatte das Konto bei der DKB und auf der Kreditkarte gibt es dort ja bereits 0,4% p.a. Verzinsung, da liegen die „richtigen“ Tagesgeldkonten ungefähr zumeist auch. Von daher dachte ich, ergibt es keinen Sinn, noch ein zusätzliches Tagesgeldkonto bei einer anderen Bank einzurichten, nur um eventuell 0,1% p.a. mehr Verzinsung zu erhalten. 

 

Dann habe ich jedoch noch einmal einen Vergleich angestellt und nach lukrativen Tagesgeldkonten recherchiert. Klar, die ersten Einträge mit der besten Verzinsung klingen lukrativ, sind jedoch alles ausländische Banken und gerade beim „risikoarmen“ Teil des Portfolios will man ja etwas möglichst „Sicheres“ haben. Ich möchte deshalb nicht nur wegen ein bisschen besserer Verzinsung auf die deutsche Einlagensicherung verzichten und ziehe deshalb ausschließlich eine deutsche Bank für das Tagesgeld in Betracht. Denn für Summen bis 100.000 € greift die deutsche Einlagensicherung der „Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (EdB)“. 

 

Das beste Angebot für das Tagesgeld bei deutschen Banken war bei meinen Recherchen das „abcSpar90“ von der abc Bank. Abc Bank? Nie gehört. Diese Kölner Bank gibt es jedoch bereits seit 40 Jahren. Dort erhält man noch 0,85% p.a. (Stand 11/2016). Das ist schon deutlich mehr als bei den anderen deutschen Banken. Der Grund dafür ist aber, dass es sich nicht um Tagesgeld, sondern um so genanntes Termingeld handelt. Ich kann nicht wie beim Tagesgeld jederzeit über das Geld verfügen, sondern nur mit einer Frist von 90 Tagen (deshalb auch der Name „Spar90“). Es gibt auch „Spar45“ mit entsprechend kürzerer Frist, jedoch auch nur 0,65% p.a. Verzinsung. Ein „normales“ Tagesgeld gibt es auch bei der abcbank, jedoch mit nur 0,35% p.a. Verzinsung.

 

90 Tage, also drei Monate Frist, ist für mich kein Problem, denn das ist immer noch eine recht kurzfristige Verfügbarkeit. Genug Notreserven sollten sowieso immer auf dem Girokonto liegen, somit gibt es keine Anlässe, bei denen sehr plötzlich und unmittelbar ein Haufen Geld verfügbar sein muss, es sei denn ihr werdet erpresst. Aber von krimineller Energie wollen wir hier mal nicht ausgehen ;-) 

Zudem sind die 0,85% p.a. auf das „abcSpar90“ noch aus einer anderen Sichtweise betrachtet sehr lukrativ:

 

Recherchiert man beispielsweise nach Festgeld, welches ja oft als Alternative für die risikoarme Anlage empfohlen wird und möchte wieder die deutsche Einlagensicherung, so finde ich als bestes Angebot mit 1 Jahr Laufzeit das Festgeld bei der Varengold Bank mit 0,90% p.a. Verzinsung (Stand 11/2016). Für eine etwa gleich hohe Verzinsung muss ich hier also 1 Jahr auf mein Geld warten, anstatt nur 90 Tage wie beim „abcSpar90“. Recherchiert man nach Festgeld mit dreimonatiger Laufzeit, also im Grunde gleich wie das „abcSpar90“, so findet man als bestes Angebot (Stand 11/2016) die CreditPlus Bank mit 0,65% p.a. Verzinsung. 

 

Bleibt abzuwarten, wie lang die 0,85% bei der abc Bank bestehen bleiben. Aber im Moment (11/2016) ist es ein sehr gutes Angebot. 

Wertpapierdepot

Kommen wir nur zum "risikobehafteten" Teil. Hier habe ich ebenfalls nach den besten Brokern recherchiert, Gebühren für Wertpapiertransaktionen verglichen und Testberichte gelesen. Aufgrund der hohen Zufriedenheit vieler Kunden habe ich dann ein Depot bei der comdirect und der ING-DiBa eröffnet. 

 

Bei der ING-DiBa sind viele Wertpapiere ab 500 € im Direkthandel komplett gebührenfrei erhältlich. Das Online Banking und den gesamten Aufbau der Websites und den Service kann ich bei beiden Brokern nur empfehlen.

 

Hier geht es jeweils zur Depoteröffnung:

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Ich bespare bei diesen Brokern ausschließlich ETFs und keine Einzelaktien. Ich möchte möglichst breit diversifiziert sein und langfristiges, passives buy-and-hold praktizieren. Durch die ETFs investiere ich weltweit in über 3.000 Unternehmen. Ab und zu wird nachgekauft, die Ausschüttungen reinvestiert und rebalancing betrieben. 

 

Update April 2017: Mittlerweile habe ich - entgegen meinem anfänglichen Vorhaben - doch einige Einzelaktien ins Boot geholt. Warum ich dies getan habe und was ich bei der Aktienauswahl beachte lest ihr hier.

 

Für welche ETFs ich mich entschieden habe? Das habe ich in meiner dreiteiligen Serie zu diesem Thema bereits beschrieben. Diese Artikel findet ihr hier:

Langfristig erwarte ich eine jährliche, durchschnittliche Rendite von etwa 5% (inflationsbereinigt), die bei langfristigem investieren in ETFs realistisch ist. 

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Fazit

Man sieht also: auch in unserer aktuellen Niedrigzinsphase gibt es dennoch einige Möglichkeiten, sein Geld für sich arbeiten zu lassen und ein wenig Zinsen zu erhalten. Das ist alles immer noch besser, als nichts zu tun und sein Geld unter dem Kopfkissen oder auf dem Girokonto langsam aber sicher von der Inflation auffressen zu lassen. 

Es gibt viele Möglichkeiten, sein Geld anzulegen, Hauptsache man macht überhaupt irgendetwas!

Und Hauptsache diversifiziert!

 

Für den Einstieg kann ich folgende Lektüre uneingeschränkt empfehlen:

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