Generation Y: Wir werden niemals alt

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Quelle: pixabay

Dass die gesetzliche Rente für „meine“ Generation Y nicht ausreichen wird, ist hinlänglich bekannt und wird seit Jahren diskutiert. Es ist anzunehmen, dass im Grunde jeder, wenn er nicht gerade die letzten Jahre auf dem Mond gelebt hat, über die Problematik Bescheid weiß. Auf großartige Zahlenspiele über die zukünftige Höhe der gesetzlichen Rente möchte ich deshalb verzichten.

 

In diesem Artikel geht es mir vielmehr darum, die Einstellung meiner Generation zu dieser Problematik zu diskutieren.

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Doppelte Problematik

Um nur einen der zahlreichen Artikel hinsichtlich der Einstellung der Generation Y (meiner Generation) zur Altersarmut zu zitieren:

 

„Generation Y: Viele Junge sind mit Altersvorsorge überfordert.

Sie kennen das Risiko und sorgen trotzdem nicht vor: Viele junge Menschen sparen lieber für Urlaub oder Studium. Forscher warnen vor einer Generation Altersarmut.“ (vollständiger Artikel)

 

Das heißt also, dass das Problem vielen jüngeren Leuten zwar vollkommen bewusst ist, sie aber dennoch nichts dagegen tun.

Was sind denn die viel propagierten, typischen Eigenschaften der Generation Y? Oftmals werden folgende genannt:

  • Es gibt viele Möglichkeiten im Leben, ich kann vieles erreichen, kann mich aber nicht entscheiden
  • Ich möchte mich nicht krumm buckeln und lege viel Wert auf „work-life-balance“
  • Ich möchte mich bei der Arbeit entfalten und das tun, was mir Spaß macht
  • Ich möchte mir alle Optionen offen halten 
  • Ich mache mir wenig Sorgen um die Zukunft

Insofern besteht meiner Meinung nach eine doppelte Problematik:

 

Insbesondere der Aspekt, dass der Anspruch besteht, kürzer und weniger zu arbeiten, ruft die doppelte Problematik hervor. Es besteht der Wunsch, grundsätzlich mehr Freizeit zu haben, also tendenziell weniger Wochenstunden zu arbeiten und außerdem nicht bis ins hohe Alter arbeiten zu müssen.

 

Dieser Anspruch widerspricht natürlich genau dem aktuellen Trend hinsichtlich der gesetzlichen Rente: Das Renteneintrittsalter wird vermutlich noch weiter erhöht werden und es ist abzusehen, dass die Leute aus meiner Generation erst mit 70+ Jahren die Arbeit niederlegen dürfen, um den vollen (mickrigen) Rentenanspruch zu erhalten. 

 

Wieso ignoriert meine Generation das offensichtliche Problem?

Stellt sich die Frage, wieso meine Generation denn dieses Problem ignoriert. Gerade weil der Anspruch besteht, flexibler und selbstbestimmter sowie weniger und kürzer zu arbeiten, müsste man sich ja Gedanken darüber machen, wie das Geld im Alter vor dem Hintergrund von sinkenden Rentenansprüchen und steigendem Renteneintrittsalter trotzdem ausreichen kann. 

 

Im eingangs zitierten Artikel aus der "Zeit" wird angeführt, dass lediglich 35% der Generation Y (zwischen 1980 – 1999 geboren) regelmäßig für das Alter sparen und dass dieser Prozentsatz in den letzten Jahren immer weiter gesunken ist. 

Als Begründung wird angeführt, dass sich viele junge Menschen mit der Thematik der Altersvorsorge überfordert fühlen und die vielen verschiedenen Angebote nicht verstehen würden. Zudem sei in der Zeit während und kurz nach dem Studium einfach zu wenig Geld vorhanden. Interessant ist hierbei der Aspekt des „sich nicht entscheiden Könnens“, da dies wieder mit einem typischen Merkmal der Generation Y einhergeht. 

Was tun?

Ich hatte nach meinem Studium im Grunde den gleichen Eindruck: Ich habe mir anfangs wirklich einmal die Zeit genommen, nach Altersvorsorgemöglichkeiten zu recherchieren, war dann aber erschlagen von all den Möglichkeiten und komplett verunsichert hinsichtlich der Vor- und Nachteile.

 

Auch ich konnte mich folglich nicht entscheiden und war ziemlich genervt: Da will man sich sogar mit dem Thema Vorsorge auseinandersetzen, kommt aber zu keinem Ergebnis, weil es einfach zu viele Möglichkeiten und Vor- und Nachteile gibt.

 

Manchmal lohnt es sich aber eben, einen längeren Atem zu haben: Im Grunde habe ich eine ganz gute Übersicht bekommen und letztlich eine für mich zufrieden stellende Entscheidung getroffen, indem ich einfach weiter und ausgiebiger recherchiert habe.

 

Irgendwann bin ich dann auf die entscheidenden Informationen gestoßen und habe diese konkret recherchiert und verglichen. Manchmal muss man sich eben tiefer mit Dingen auseinandersetzen, auch wenn man anfangs wenig Lust darauf hat. Das ist ähnlich wie im Studium. 

Das Problem besteht meiner Meinung nach darin, dass die junge Generation zu wenig motiviert ist, sich wirklich einmal mehrere Wochen lang täglich mit dem Thema Altersvorsorge auseinanderzusetzen. Der Grund für diese fehlende Motivation wiederum ist, dass einfach verkannt wird, wie ernst und problematisch die Situation im Alter später wirklich werden kann und deshalb lieber ausschließlich im Hier und Jetzt gelebt wird. 

Ich für meinen Teil bin froh, dass ich auf einige gute Finanzblogs gestoßen bin, die mir die Augen geöffnet und den Weg gewiesen haben. Zendepot, Finanzwesir, Finanzrocker und wie sie alle heißen, haben mir sehr viel mehr gebracht als die oberflächlichen Zeitungsartikel oder zu komplex formulierte Bücher und Studien. In den Blogs finden sich oftmals tiefgründige, gut recherchierte und verständliche Fakten, weshalb ich die Finanzblogs sehr schätze und mich bei allen Verfassern von solchen hiermit offiziell bedanken möchte.

 

Wer auch immer aus der Generation Y diesen Artikel liest: Fangt an zu recherchieren und euch ein diversifiziertes Portfolio aufzubauen. Lest die Artikel entweder in meinem Blog, oder in den zahlreichen anderen Finanzblogs, wenn euch Bücher zu komplex oder Zeitungsartikel zu oberflächlich sind. Im Grunde ist der Weg zu einer sinnvoll durchdachten und gut strukturierten Altersvorsorge sehr viel simpler als man vorher denkt. Wenn es denn doch eine Lektüre und kein Blog sein soll empfehle ich uneingeschränkt folgendes Buch:

Hauptsache: Fangt an!

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