Urlaub in der eigenen Umgebung (Staycation): Die wahre Quelle der Erholung!

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In einem früheren Artikel mit dem prägnanten Titel „Urlaub und Reisen: Die wahre Quelle der Erholung?“ bin ich bereits auf meine Einstellung zu Fern- und Wochenendreisen und dass sie für mich oftmals mehr Stress als Erholung bedeuten, eingegangen. Gefühlt fliegt heutzutage jeder viermal im Jahr in den Urlaub, um sich vermeintlich vom alltäglichen Hamsterrad zu erholen. Ich hatte in dem Artikel ebenfalls beschrieben, dass meiner Meinung nach ein Teufelskreis besteht: Man arbeitet viel und spürt deshalb den starken Drang sich erholen zu müssen --> Man bucht Fernreisen, da man hofft sich dadurch zu erholen --> Die Fernreisen kosten oftmals viel Geld --> Man muss mehr arbeiten, um sich dieses Geld zu verdienen --> Man braucht noch mehr Erholung… Kommt euch das bekannt vor?

 

Der folgende Artikel ist als Ergänzung zum genannten Artikel zu sehen: Hier gehen meine Frau und ich darauf ein, inwiefern auch Ausflüge in der eigenen Umgebung ihre Vorzüge (nicht nur für den Geldbeutel) haben und welche Alternativen sich zum ständigen „in den Urlaub fliegen“ bieten. Zuletzt gehen meine Frau und ich darauf ein, wie dadurch der oben genannte Teufelskreis durchbrochen werden kann.  

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Wieso in die Ferne schweifen, wenn das Gute doch so nahe liegt?

Man kauft sich Reiseführer für fremde Städte, jedoch schafft man es bei der Fülle an Besichtigungsmöglichkeiten bloß einen kleinen Anteil tatsächlich zu besichtigen. Wieso also nicht mal einen Reiseführer für das eigene Städtchen kaufen, bei dem die realistische Chance besteht alles peu à peu aus dem Reiseführer anzuschauen?

Gesagt, getan! Wir haben uns also 2012 einen ADAC-Reiseführer für unsere Heimatstadt München gekauft und sind damit brav losgetigert, um Stadtviertel für Stadtviertel, Sehenswürdigkeit für Sehenswürdigkeit zu besichtigen. Es war unglaublich, an wie vielen „Sehenswürdigkeiten“ wir zuvor während unseres Alltags in München achtlos vorbeigelaufen waren. Wie oft sind wir die Sendlinger Straße entlang gegangen, ohne die wirklich wunderschöne Asamkirche beachtet zu haben. Durch Lektüre des Reiseführers haben wir zahlreiche geschichtliche Zusammenhänge kennengelernt und nun war uns auch klar, wer sich hinter den Straßennamen verbirgt.  Aber auch viel Kurioses haben wir über München erfahren. Die Frauenkirche zum Beispiel kennt jedes Münchner Kindl, die Sage über den Teufelsritt in der Frauenkirche ist hingegen nicht jedem geläufig.

 

Bevor man also den Besuch weit entfernter Kirchen und Bauwerke anstrebt, kann man durchaus auch erst einmal vor der eigenen Haustür kehren und sich die in seiner Umgebung befindlichen Sehenswürdigkeiten zu Gemüte führen. Nach 5 Jahren haben wir noch immer nicht alles aus diesem Reiseführer besichtigt. Dabei handelt es sich nur um einen Reiseführer von hunderten für München. Zugegeben, wir haben das Projekt auch nicht immer konsequent weiter verfolgt, soll ja schließlich Urlaub sein und kein Zwang ;)

 

Erholung Urlaub zu Hause Sonntag gemütlich chillaxen Bett Couch Sofa Chillen
Einfach mal Fünfe gerade sein lassen

Wir haben diese Art von Urlaub weiterhin im Hinterkopf und die Umgebung zu erkunden (mit oder ohne Stadtführer) ist richtig zu unserem Hobby geworden, da die Vorteile enorm sind. Wir können mit unserem Spezialwissen über München super im Smalltalk glänzen (außer Martin, weil er sich als Mann die Details nie merken kann :P). An freien Tagen können wir uns ganz frei entscheiden, ob  wir heute Lust auf Stadtbesichtigung haben oder lieber im kuschligen Bett bleiben. In eben dieses am Abend zurückzukehren ist in unseren Augen ein riesen Vorteil, da man nichts buchen muss, es kostengünstiger als ein Hotel ist und es sich im eigenen Bett immer noch am besten schläft. Zudem ist die Fahrtzeit relativ kurz und man bleibt nur nach Lust und Laune in der Stadt, da man jederzeit die Stadtbesichtigung an einem anderen Tag fortführen kann. Im Urlaub in fremden Städten haben wir hingegen das Gefühl, dass wir dann etwas verpassen und die Zeit dort begrenzt ist, sodass wir solange durch die Stadt latschen bis uns die Sohlen brennen. Nicht außer Acht zu lassen ist auch, dass man durch diese Art von Urlaub wetterunabhängig ist!

 

 

Ebenfalls bietet die Natur  in der Nähe immer wieder neue Pfade, die beschritten werden wollen. Was gibt es da Erholsameres als an einem freien Tag frei in der Natur herumzuschlendern und in den Tag hineinzuleben? 

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Jetzt wird so mancher sagen: Aber man muss doch auch mal raus kommen und andere Orte sehen!

Erstens muss diese Art des Urlaubs nicht einen „normalen“ Urlaub ersetzen, sondern man kann dies als Ergänzung sehen. Für uns bedeutet „raus kommen“ mehr Stress als Befreiung: Wir empfinden das Reisen an sich allein schon durch das lange Sitzen im Auto/Zug/Flugzeug als abschreckend, hassen das Kofferpacken und möchten nicht an freien Tagen zeitlich gebunden sein. Deshalb ist das Urlaub machen „dahoam“, neudeutsch auch "Staycation" genannt, eine schöne Lösung. 

 

Zweitens ist München mit seinen über 310 km² groß genug, um fast täglich neue Ecken kennenzulernen. Wenn ihr in einem kleinen Dorf wohnt, ist das natürlich etwas anderes. Aber wir sind uns sicher, dass es auch bei euch in der näheren Umgebung oder der nächst größeren Stadt viele interessante Orte zu entdecken gibt. Denn seien wir mal ehrlich: Im Prinzip laufen wir alten Gewohnheitstiere doch immer dieselben Pfade ab. Kein Wunder, dass wir dann das Gefühl haben mal raus kommen zu müssen.

 

Wir genießen auch unsere Fernurlaube, wie beispielsweise unsere vierwöchige Rundreise durch ganz Thailand in 2014, verspüren einen solchen Urlaub jedoch nicht als wahre Quelle der Erholung, sondern eher als Erlebnisquelle, von der wir uns anschließend wieder erholen müssen. Deshalb zieht es uns nicht wirklich allzu oft in die Ferne, zumal wir bereits als Kinder viele Orte im Urlaub besichtigt haben. Ganz Europa wurde dabei von Pia und ihrer Familie mit dem Wohnmobil bereist.  

 

 

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Fernreisen verschlechtern deinen ökologischen Fußabdruck erheblich

Ganz traurig sind wir über unsere Einstellung zum Thema Fernreisen nicht, da wir relativ umweltbewusst leben und Fernreisen einfach ein ökologischer Totalschaden sind. Diese Flugreisen sind mittlerweile durch die relativ günstigen Preise so inflationär geworden, dass man leicht in Versuchung gerät und die Konsequenzen für die Umwelt oft außer Acht lässt. 

 

Der für uns noch wichtigere Aspekt ist allerdings, dass das Reisen trotz der erschwinglichen Flugpreise insgesamt sehr kostenintensiv ist. Würde uns das Reisen mehr Spaß machen, würden wir wahrscheinlich trotz des ökologischen Fußabdrucks und der hohen Kosten umher jetten. Glücklicherweise macht es uns nicht so viel Freude, sodass wir dieses eingesparte Geld lieber in das investieren, was uns wirklich Spaß macht. Denn wir wollen lieber jeden Tag etwas frei sein (z.B. langfristig in Teilzeit arbeiten) und nicht nur einen Monat im Jahr. Deshalb wandert das eingesparte Geld in unser Portfolio, wo sich die „Zinseszinskraft“ entfaltet und uns unserem Ziel der finanziellen Unabhängigkeit ein Stück näher bringt. Der eingangs erwähnte Teufelskreis kann so durchbrochen werden.

 

 

 

Dieser Artikel soll euch nicht euren wohlverdienten Urlaub in der Ferne vermiesen, sondern euren Horizont dahingehend erweitern, dass ihr manchmal gar nicht bis zum Horizont schauen müsst, sondern bereits hinter der nächsten Ecke ein atemberaubender Sonnenuntergang auf euch wartet.  

Hier einige Anregungen für den Urlaub in der Umgebung (Affiliate-Links):


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