Wie kauft man Aktien? – Eine Anleitung für Einsteiger (Teil 1)

Wenn im Gespräch mit Freunden und Bekannten das Thema „Investieren“ aufkommt und wir dann kurz erwähnen, dass wir passiv in Indexfonds (ETFs) sowie zu kleineren Teilen auch in Einzelaktien und P2P-Kredite investieren, stellt sich auf der Gegenseite oftmals folgende Situation dar:

 

Die überwiegende Mehrheit unserer Bekannten hätte durchaus etwas Geld am Monatsende zum Sparen oder Investieren übrig, seien es 50, 100 oder 200 Euro. Wieso wird dieses Geld dann nicht investiert? Die Begründung klingt dann sinngemäß meist wie folgt: „Ich habe mir auch schon mal überlegt, dass ich ja eigentlich mein monatlich gespartes Geld irgendwie anlegen könnte, aber ich weiß nicht wie und in was ich investieren sollte. Außerdem ist das alles so kompliziert und ich habe auch wenig Lust und Zeit, mich damit zu befassen.“

 

Seien wir mal ehrlich, das ist der Klassiker. Oftmals hapert es also an dem ganz pragmatischen „ich weiß nicht, wie es geht und wie ich anfangen soll“. Ebenso pragmatisch möchte ich in diesem Artikel deshalb versuchen den Start für das Investieren am Aktienmarkt für absolute Einsteiger so verständlich wie möglich darzustellen.

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Du brauchst ein Wertpapierdepot

Die meisten werden bereits für ihr Girokonto Online-Banking benutzen und darüber auch Überweisungen und Daueraufträge tätigen. Für den Kauf und Verkauf von Aktien benötigst du zusätzlich ein Wertpapierdepot. Dazu musst du zunächst ein Konto eröffnen, am besten bei einer Direktbank. Die Vor- und Nachteile einer Direktbank werde ich noch in einem gesonderten Artikel darlegen. Wahrscheinlich kannst du das Depot auch bei deiner Bank, bei der du bereits dein Girokonto hast, eröffnen. Die DKB bietet dies beispielsweise an.  Empfehlen kann ich jedoch die beiden Direktbanken, bei denen ich auch selbst Wertpapiere kaufe und mit denen ich sehr zufrieden bin. Das sind zum einen die Comdirect und zum anderen die ING-DiBa. Im Vergleich zu manch anderen Brokern (Finanzdienstleister für die Durchführung von Wertpapierordern) habe ich hier eine extrem große Auswahl an ETFs  (die auch sparplanfähig sind) und einen Top-Service.

Für dieses Beispiel nehmen wir im Folgenden an, du willst ein Depot bei der ING-DiBa errichten.

 

Im ersten Schritt gehst du also auf die Website der ING-DiBa und dort in den Bereich „Wertpapiere“. Dort siehst du gleich einen Button „Depot eröffnen“. Gerne kannst du dazu auch folgenden Affiliate-Link nutzen, der dich direkt zum ersten Schritt bringt: 

Investieren in Aktien und ETFs - aber wie?
Depot-Eröffnung ING-DiBa

Anschließend musst du einige Daten eingeben, die jedoch alle selbsterklärend sind. Beispielsweise wird abgefragt, ob du das Depot als Gemeinschaftsdepot führen möchtest (z.B. zusammen mit der Ehefrau / dem Ehemann), ob du über 18 Jahre alt bist und in Deutschland wohnst. Es wird auch nach der Steuerpflicht im Ausland gefragt: Bist du in den USA oder in einem anderen Land außerhalb Deutschlands steuerlich ansässig? Hast du einen Bezug zu den USA (z.B. Wohnsitz oder US-Staatsangehörigkeit). In meinem Falle konnte dies mit „Nein“ beantwortet werden.

Hast du diese „Basic“-Informationen eingetragen und auf „Übernehmen“ geklickt, kommst du schon zum nächsten Schritt, in dem Folgendes abgefragt wird:

Du musst nun die IBAN deines Girokontos angeben, damit dieses als Referenzkonto für dein Verrechnungskonto (dieses heißt bei der ING-DiBa „Extra-Konto“) genutzt werden kann.

Hä? Wieso Verrechnungskonto? Was soll das? Ich will doch ein Depot eröffnen!

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Das Verrechnungskonto

Wenn du ein Depot eröffnest, wird auch gleichzeitig ein Verrechnungskonto eingerichtet. Von diesem Verrechnungskonto wird das Geld für deine Aktienkäufe abgebucht und das Geld, das du aus deinen Aktien erhältst (Ausschüttungen, Dividenden oder Geld durch Aktienverkäufe) ausgezahlt. Das Verrechnungskonto agiert wie eine Art Tagesgeldkonto. Man bekommt hier auch Zinsen im Gegensatz zu den meisten Girokonten. Du kannst von dort aus also nicht einfach Überweisungen tätigen, wie du es von deinem Girokonto kennst. Du kannst das Geld vom Verrechnungskonto lediglich auf dein Referenzkonto (also dein Girokonto) auszahlen lassen.

 

Ganz konkret läuft das beim Kauf einer Aktie folgendermaßen ab: Ich überweise von meinem Girokonto zum Beispiel 1.000 € auf mein Verrechnungskonto bei der ING-DiBa. Nach einem Tag ist es dort angekommen. Nun kann ich mit diesem Geld die Aktie kaufen. Nehmen wir mal an, ich kaufe Aktien der BMW AG und eine Aktie kostet aktuell 89,10 €. Ich kann also 11 Aktien kaufen und lande damit bei Kosten von 980,10 € (11 Aktien zu Kurs 89,10 € = 980,10 €). Die Transaktionskosten mal außen vor gelassen (auf diese gehe ich in Teil 2 dieser Artikelserie ein), halte ich anschließend 980,10 € in meinem Depot und zwar in BMW-Aktien. Die restlichen 19,90 € verbleiben auf meinem Verrechnungskonto. Mit dem Geld auf dem Verrechnungskonto passiert also „aktientechnisch“ gar nichts. Es ist nicht investiert. Lediglich die 980,10 €  sind nun in BMW Aktien investiert und folgen in ihrem Wert von nun an den Schwankungen der BMW-Aktie ;) 

 

Im nächsten Schritt gibst du noch deine Erfahrung mit Wertpapieren an und klickst dann auf „Übernehmen“.

Anschließend kommt noch einmal eine Gesamtübersicht und mit einem Klick auf „Ausführen“ bist du auch schon fertig mit der Online-Registrierung!

 

Post-Ident-Verfahren

Wie es bei einer Kontoeröffnung üblich ist, musst du zunächst noch das Post-Ident-Verfahren durchführen. Nach deiner Online-Registrierung bekommst du dazu einen Coupon, mit dem du samt der weiteren ausgefüllten Unterlagen, die du bei der Online-Registrierung bekommen hast, ganz einfach in die nächste Postfiliale marschierst. Du sagst dem freundlichen Postmitarbeiter, dass es um eine Depoteröffnung geht, zeigst den Coupon vor sowie deinen Personalausweis und gibst deine Registrierungsunterlagen für die Depoteröffnung ab. Anschließend musst du noch eine Unterschrift leisten, die möglichst genauso aussehen sollte, wie die auf deinem Personalausweis. Die Unterlagen werden anschließend für dich völlig kostenfrei an die ING-DiBa gesendet.

 

Innerhalb der folgenden Tage erhältst du dann Post von der ING-DiBa mit einer hübschen Mappe samt aller Unterlagen für die Depoteröffnung, unter anderem auch deine Depotnummer und Log-In-Daten. Separat bekommst du noch die TAN-Liste zugesendet. Nun kannst du dich erstmals auf der Website der ING-DiBa in dein Online-Depot einloggen. Bei der ING-DiBa erhältst du zusätzlich zu den Log-in-Daten noch einen Diba-Key, den du noch ändern musst. Dieser wird immer nach dem eigentlichen Log-in als zweite „Sicherheitsschranke“ abgefragt. 

 

Wie geht's dann weiter?

Alle Vorwegmaßnahmen sind nun also erledigt. Aber nun geht es an’s Eingemachte: Dem Kauf von Aktien oder ETFs. Wie das Schritt für Schritt abläuft, erfahrt ihr in Teil 2 dieser Artikelserie! 

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