Bezahlte Online-Umfragen: Besteuerung und Panel-Vergleich

Gebt ihr auch gerne zu allem euren Senf dazu und testet gerne neue Produkte vor der Markteinführung? Dann sind womöglich bezahlte Online-Umfragen eine Option für euch, um Geld im Internet zu verdienen.

 

Bei der Neueinführung von Produkten mitwirken, diese teilweise sogar selbst testen und gleichzeitig gemütlich von der Couch aus Geld verdienen? 

Klingt zu schön, um wahr zu sein! Aber lohnen sich diese Online-Umfragen wirklich oder haben sie einen miserablen ROTI (Return On Time Invested)? Welche Panels sind empfehlenswert? Und muss ich die Einnahmen aus den Umfragen auch noch versteuern?

 

Wir nutzen diese Option bereits seit einigen Jahren. Weniger wegen der Vergütung für abgeschlossene Umfragen, die man u.a. in Form von Amazon-Gutscheinen erhält, sondern hauptsächlich wegen der Test-Produkte, für die man sich durch manche Online-Umfragen qualifizieren kann.

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Jackpot Produkttest!

Wer gerne Produkte testen will, ohne sich vorher mühevoll um den Produkttest bewerben zu müssen, der ist auf Umfrageportalen wie opinion-people.de * genau richtig. Hier führen zwar die meisten Umfragen nicht zu einem Produkttest, den man zu Hause anhand eines echten Produktes durchführen kann, allerdings ist unter den zahlreichen Umfragen immer mal wieder ein Produkttest dabei. Es ist einfach cool ein Produkt zu testen, bevor es auf den Markt kommt und ganz nebenbei bekommt man ein Paket geliefert für das man nicht bezahlt, sondern ganz im Gegenteil bezahlt wird ;) Die Bezahlung hält sich in Grenzen und deswegen müssen wir gleich vorwarnen, dass diesen Artikel nur diejenigen weiterlesen sollten, die für das Bewerten von Produkten, Filmen, Werbesendungen und Ähnlichem ein gewisses Faible haben. Denn bis ein heiß ersehntes Produkt in‘s Hause flattert, vergehen tausende Klicks durch diverse Umfragen (die jedoch auch vergütet werden), ehe mal wieder der Jackpot „Produkttest“ dabei ist. 

 

Wer jetzt noch nicht weggeklickt hat, den laden wir ein, mit uns einen kleinen Blick auf die diversen Online-Panels zu werfen. Es gibt Unzählige, weshalb wir hier nur einige vorstellen möchten, die wir selbst getestet haben. Wer sich die Frage stellt: Wieso macht jemand so etwas Aufwendiges und muss dann auch noch Steuern dafür bezahlen? Dem geben wir folgende Antwort: Wie oben bereits erwähnt, gehört eine gewisse Leidenschaft dazu. Und ja, Leiden trifft es durchaus. Bei manchen Umfragen könnte man den Laptop am liebsten in die Ecke pfeffern. Da wird hundert Mal dasselbe gefragt und dann auch noch in riesigen Fragegittern, die man herunter scrollen muss und dann nicht mal mehr sieht, was eigentlich jede Spalte bedeuten soll. Die tollen Umfrageersteller haben scheinbar nicht eingeplant, dass man die Umfrage nicht auf einer Kinoleinwand beantwortet.

 

 

Was ist mit der Besteuerung?

Ihr seht, es ist ein Knochenjob! Und ja genau, ihr habt richtig gehört: Job! Das heißt eure Einnahmen müssen auch versteuert werden. Wie, auch wenn es nur nen ollen Amazon-Gutschein als Bezahlung gibt??? Ja ganz genau, denn § 8 Abs. 1 EStG  besagt, dass Einnahmen alle Güter sind, die in Geld oder Geldeswert bestehen. Ja wer ist denn dann so bekloppt und macht stundenlang Umfragen für nen Stundenlohn jenseits von gut und böse und darf dann hinterher noch Vater Staat beglücken? Keine Sorge Vater Staat hat Mitleid mit uns gebeutelten Klickmeistern. Für bis zu 410 Euro jährlich darf geklickt, gescrollt und getestet werden, bis die Sehnenscheidenentzündung der Klickwut Einhalt gebietet.  Seid ihr nun d’accord, dass es ne Leidenschaft ist? Und glaubt uns, die Schmerzen kommen noch vor der 410 Euro Gnadengrenze. 

Und wo steht das mit den 410 Öcken bitte? 410 Euro, ist das nicht die Grenze für das geringwertige Wirtschaftsgut im Sinne des § 6 Abs. 2 Satz 1 EStG? Geringwertig sind die 410 Euro im Jahr in der Tat, aber als Bezahlung, um Schoko und Co. zu testen auch nicht übel. Aber Moment mal, hier geht es doch um die Frage der Besteuerung meiner Umfrage-Einkünfte und nicht um die Bewertung eines Wirtschaftgutes? Ganz genau, deswegen gibt es hierfür eine extra Regelung in § 46 Abs. 2 Nr. 1 EStG: Die 410 Euro stellen auch für Nebeneinkünfte die magische Grenze für Geringwertigkeit dar: Wer Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit erzielt, der darf bis zu 410 Euro im Jahr noch nebenher verdienen ohne, dass diese 410 Euro besteuert werden müssen. Na, wenn das so ist, klicken wir froh und munter weiter durch die Umfragen, denn 410 Euro sind zwar machbar, aber das verlangt einem dann schon einiges ab. Aufgepasst übrigens bei zusammenveranlagten Ehegatten: Die Freigrenze erhöht sich bei Zusammenveranlagung nicht, steht aber bei getrennter Veranlagung jedem Ehegatten zu.
Falls es unter euch jemanden geben sollte, der tatsächlich die 410 Euro überschreitet, hat Vater Staat für die Hardcore-Umfrageausfüller in § 46 Abs. 5 EStG i.V.m. § 70 EStDV einen Ausgleich von Härten in bestimmten Fällen als Ass im Ärmel. 

Um den Inhalt dieser Norm zu verstehen, bedarf es jedoch einer Tabelle, die mehr als tausend Worte sagt: 

 

Ja, Umfragen sind kein Zuckerschlecken, es sei denn ihr klickt euch so lange durch, bis endlich ein Produkt wie Schoki kommt, bei dem einem das Wasser im Mund zusammenläuft.

Ihr seid ja immer noch nicht geflüchtet?! Dann habt ihr die nötige Ausdauer bewiesen, die für das Umfrage-Business notwendig ist und als Belohnung für euer Durchhaltevermögen verraten wir euch nun unsere TOP 5 Umfrage-Panels samt aller Höhen und Tiefen, die uns diese Panels schon bereitet haben! Bereit? 

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Top 5 Panels

Platz 1: opinion-people.de

+ relativ hohe Quote für Produkttests

+ angemessene Vergütung (mindestens 10 Cent bis maximal 5,40 € bisher pro Umfrage bei uns)

+ schöne große Bullets zum Klicken (blindes und schnelles Durchklicken ist hier nicht ratsam, da sonst eine Cheater-Verwarnung droht, die im Wiederholungsfall zum Ausschluss aus opinion people führen kann)

+ Umfragen teilweise mobil ausfüllbar über die App 

+ Amazon-Gutschein-Code kommt sofort nach der Einlösung

 

- Bonuspunkte verfallen bei nicht rechtzeitiger Einlösung, aber Frist (3 Monate ab Erreichen der Auszahlungsgrenze von 20 €) ist lange genug und wird bei aktiver Teilnahme auch nochmal verlängert

Platz 2: i-say.com *

+ relativ hohe Quote für Produkttests

+ Loyalitätsprogramm

+ Bei Screenout trotzdem noch kleine Vergütung

+ Amazon-Gutscheine schon ab 5 Euro verfügbar 

+ Amazon-Gutscheincode kommt wenige Minuten nach Bestellung per E-Mail 

 

- Gutscheine nicht immer sofort lieferbar

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Platz 3: trendscan.de

+ relativ hohe Vergütung für relativ kurze Umfragen 

+ Umfragen sind sehr benutzerfreundlich 

+ Amazon-Gutscheincode kommt wenige Minuten nach Bestellung per E-Mail 

 

- Umfragen stehen sehr selten zur Verfügung 

Platz 4: meinungsstudie.de *

 

+ Verdienst zwischen 0,50 € und 2,50 € bisher, aber die Umfragen dauern eher lange

+ Vergütung wird in Euro angegeben, nicht in Punkten wie bei anderen Panels

+ Amazon-Gutscheincode kommt wenige Minuten nach Bestellung per E-Mail 

 

- Die Screenout-Quote ist relativ hoch 

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Platz 5: globaltestmarket.com *

+ sehr viele Umfragen; die 410 Euro sind mit Globaltestmarket noch am ehesten zu erreichen ;)

 

- oft technical error, dann gibt es nicht mal Gewinnlose: manchmal ist es berechtigt, da man zu schnell geklickt hat (war dann mal wieder ne sch*** Umfrage, für die man ne dreistellige Belohnung kriegen sollte), aber des Öfteren fliegt man völlig unberechtigt raus

- die Amazon-Gutscheine benötigen ein bis zwei Wochen, bis sie per E-Mail zugesendet werden 

 

Wir hoffen euch damit einen kleinen Einblick in den Umfragepanel-Dschungel gegeben zu haben. Letztendlich müsst ihr die einzelnen Panels selbst testen und ihr werdet manchen Portalen treu bleiben, aber euch auch wieder von einigen Panels verabschieden.

 

Wir haben uns beispielsweise nach einigen Jahren schweren Herzens von YouGov * getrennt. Wieso schweren Herzens und wieso kam es zur Trennung? Getrennt haben wir uns, weil die Auszahlungsgrenze bei 50 € liegt und man diese erst nach etwa einem Jahr erreicht. Damals wussten wir nicht, wie lange wir die Umfragen überhaupt noch machen wollen. Die Trennung erfolgte schweren Herzens, da dieses Panel viele interessante politische Umfragen enthielt und die Ergebnisse dieser Umfragen in renommierten Zeitungen, wie z.B. Die Zeit und Handelsblatt zitiert werden und dies nun ohne, dass unser Senf mit in das Umfrageergebnis dazugegeben wurde.

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* = Affiliate-Links

Meldet euch am besten bei mehreren Panels an und probiert einfach aus, welche euch am meisten zusagen! Wir hoffen euch mit diesem Überblick ein wenig über die Welt der Online-Umfragen aufgeklärt zu haben! 


Teilt gerne eure Erfahrungen mit Online-Umfragen mit uns in den Kommentaren!

 

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 Die Betrachtung stellt keine steuerliche Beratung dar und ersetzt keinesfalls die individuelle Beratung durch einen steuerlichen Berater.

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