Amazon FBA #5 - Sample bestellen & Läuft bei uns?

Lang lang ist's her mit meinem letzten Artikel zum Thema Amazon FBA. Genau genommen sogar knapp drei Monate! Und wer ist schuld? Der Zeitmangel! Jaja ich weiß schon, Zeitmangel ist immer nur eine Ausrede. Wer ist also wirklich schuld? Ich! Oder besser gesagt die von mir gesetzten Prioritäten. Umso besser, dass ich durch meine Investments und das Amazon FBA Business ja schon bald finanzielle Freiheit genießen und ortsunabhängig mit'm Laptop auf Koh Samui in der Hängematte arbeiten, ääh chillen werde...

Schön wär's!

 

Spaß beiseite: Nachdem es im letzten Artikel um das Produktsourcing auf Alibaba.com ging, möchte ich dir heute kurz das Prozedere zur Samplebestellung, also eines Vorabmusters von deinem Produkt, vorstellen. Zuletzt gibt es auch noch ein kurzes Update über Zinskrafts aktuelle persönliche Situation hinsichtlich Amazon FBA! Im nächsten Artikel werde ich dann auf die Gewerbeanmeldung und die Wahl der passenden Unternehmensform eingehen und dabei auch von unseren eigenen Erfahrungen berichten. 

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Wozu ein Sample bestellen?

Nachdem du nun also in Kontakt mit mehreren Suppliern auf Alibaba.com oder bereits über WhatsApp stehst und dir im Klaren darüber bist, was du genau an dem Produkt verändern bzw. verbessern möchtest, solltest du dir Gedanken über die Bestellung eines Samples machen. Der Grund für ein Sample (Vorabmuster) ist einleuchtend: Du willst wohl kaum „blind“ 1.000 Einheiten von einem Produkt bestellen und bezahlen bevor du es nicht selbst einmal in der Hand gehalten und vor allem getestet hast.
Schließlich beschränkt sich dein Wissen über das Produkt bislang allein auf die Kommunikation mit dem Supplier und einigen Fotos zu dem Produkt.

 

Dabei sollte es auch nicht bei einem Sample bleiben, sondern du solltest ein Sample von mehreren Suppliern, die dir preislich und kommunikationstechnisch zusagen, ordern.

Ich möchte nochmal darauf hinweisen, dass dem Supplier stets alle deine Änderungswünsche möglichst haargenau und bildlich dargestellt werden sollten, da das Produkt ansonsten mit Sicherheit nicht so wird, wie du es dir vorgestellt hast.

 

Sample-Konsolidierung

Sind alle Änderungswünsche besprochen, bitte also mehrere Supplier um die Produktion eines Samples und frage nach dem Preis. Oftmals zahlst du für das Sample selbst 0 € (außer bei teureren Produkten), sondern zahlst nur die Versandkosten nach Deutschland.
Und genau an Letzteren kannst du sparen, wenn du eine Sample-Konsolidierung vor Ort, also eine Bündelung der Samples, veranlasst. Dafür gibt es verschiedene Anlaufstellen. Durchsuche danach am besten einfach mal folgende zwei Facebook-Gruppen, in der die Sample-Konsolidierung öfters mal diskutiert wird:

Besprich dann auch das Thema Zahlung (die Samples habe ich persönlich via PayPal gezahlt) und teile dem Supplier, bzw. dem Konsolidierungs-Dienstleister deine Adresse mit.

Eine Gewerbeanmeldung ist zu diesem Zeitpunkt übrigens noch nicht zwingend erforderlich. Es kann aber nicht schaden sich bereits parallel um diese zu kümmern. Dazu mehr im nächsten Artikel!

 

Persönlich haben wir keine Konsolidierung vorgenommen, da unser Produkt relativ hochpreisig und schwer ist. Somit war auch der Samplepreis nicht bei 0 € und es hätte eine gute Stange Geld gekostet, mehrere Samples zu ordern. Hinzu kam meine Unsicherheit darüber, ob FBA überhaupt wirklich das Richtige für mich ist und ob ich mich nicht übernehme...

Das sind wahrscheinlich typische Gedanken wenn man neu in die (nebenberufliche) Selbständigkeit startet.
Jedenfalls hatten wir Glück, dass das eine Sample dann qualitativ wirklich gut war. Pech hingegen war, dass es erst beim zweiten Anlauf geklappt hat. Die erste Sendung ging fälschlicherweise nach Holland, wegen einer Verwechslung seitens des Suppliers :D

Zum Hauptprodukt gab es bei uns aber noch ein „Goodie“ dazu und bei diesem brauchte es drei Anläufe, bis uns das Sample zugesagt hat. 

 

Protokolliere Mängel haargenau

Sobald das Sample dann bei dir eintrifft, packst du es mit Vorfreude aus und prüfst es auf Herz und Nieren. Teste es ausgiebig in seiner Anwendung und notiere dir etwaige Mängel. Es kann durchaus sein, dass das Sample direkt mal einige Probleme aufweist. Es ist etwas an die falsche Stelle genäht worden; das Logo ist nicht dort, wo du es haben wolltest; das Logo ist zu klein; das Produkt ist größer/kleiner oder in anderer Farbe als vereinbart; das Design ist nicht so, wie du es haben wolltest etc...

Das macht aber erst einmal nichts, schließlich ist das Sample genau dafür da. Fotografiere die Mängel und mach am besten eine eindeutige Fotomontage mit Stichpunkten, sodass der Supplier auch wirklich checkt, wo das Problem liegt. Sei da bitte wirklich genau. Wir hatten einen Mangel bei einem Sample, von dem ich erwartet hatte, dass jeder mit gesundem Menschenverstand weiß, wie es gemeint ist. Das hat sich als falsch erwiesen ;) Beschreibe einfach alles haargenau, auch Sachen, bei denen du dir denkst „ist ja klar, wie es gemeint ist“.

 

Im Grunde kannst du dann mit dem/den Händler/n, deren Samples dir am meisten zusagen, weiter verhandeln (dazu dann mehr in den kommenden Beiträgen). Sagt dir kein Sample zu, dann lasse dir neue, verbesserte Samples zusenden. Das kostet dann natürlich etwas mehr Zeit und Geld, aber es ist eben ein elementar wichtiger Schritt, bei dem man nicht auf ein paar Dutzend Euros oder 2 Wochen hin oder her schauen sollte.

Das Sample muss einfach für dich perfekt sein, schließlich ist dies das Produkt, welches du am Ende 1.000-fach einkaufst und verkaufen willst und das auch anderen Leuten gefallen muss. Hier dann Zeit oder Geld einsparen zu wollen und kleinere Mängel in Kauf zu nehmen, würde ich definitiv nicht empfehlen. Wir werden beim nächsten Produkt auch mit Sicherheit noch mehr Händler anschreiben und Samples vergleichen.

 

So viel zu den Samples! Ist doch eigentlich recht simpel oder?

 

Kommen wir jetzt noch zu unserem aktuellen Stand in Sachen FBA!

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Zinskraft und Amazon FBA - Wie sieht's aktuell aus?

Die erste Ladung unseres ersten Produkts ist Anfang Juni im Hamburger Hafen eingelaufen. Danach standen noch mehrere Dinge an: Verzollung, amazonmäßige Aufbereitung (umpacken, etikettieren, palettieren etc.), Produktfotos schießen, EAN-Codes aufkleben etc. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an PORT 2 PRIME, die all diese Aufgaben absolut zufriedenstellend erledigt haben!

Im Grunde war das Produkt dann erst Anfang Juli bei Amazon eingelagert und unser Listing (Fotos, Titel, Bullet-Points und Produktbeschreibung) fertig. Mühsam haben wir dann erste Verkäufe und Bewertungen generiert und dann ab Mitte Juli angefangen PPC-Werbung auf Amazon zu schalten (unabdingbar für den Start, sonst findet sich euer Produkt bei der Suche nach dem Hauptkeyword nur z.B. auf Seite 8 anstatt auf Seite 1 oder 2 und wird somit nicht gefunden und nicht gekauft).

 

Danach konnten wir auch einige Sales verzeichnen! Allerdings läuft alles noch nicht, wie gewünscht, was jedoch zu diesem Zeitpunkt noch normal ist. Mittelfristig möchten wir auch organisch besser ranken und im Schnitt 1 Sale pro Tag verbuchen (klingt wenig, jedoch ist das Produkt eben recht hochpreisig, sodass sich die Leute einen Kauf natürlich dreimal überlegen und nicht einfach eben mal zugreifen). Aktuell haben wir im Schnitt etwas weniger als 1 Sale jeden zweiten Tag. Da ist also noch Potential nach oben. 

 

Überall liest man jedoch, dass der Anfang oft schwer ist und oftmals sogar das gesamte erste Produkt nicht wirklich fruchtet. Die Devise ist dann: Einfach weiter machen und versuchen die PPC-Werbung und das Listing zu optimieren sowie weitere Werbemaßnahmen starten. Außerdem unbedingt weitere Produkte auf den Markt bringen, weil eben nicht zu erwarten ist, dass man ausgerechnet mit dem ersten Produkt gleich den riesen Erfolg hat. Hier gilt es also einen langen Atem zu bewahren. Wie heißt es so schön: Der stete Tropfen höhlt den Stein! ;)

Das ist nicht so leicht, weil wir natürlich gerne direkt mit Produkt Nummer eins durchstarten und Erfolg haben möchten, zumal wir natürlich auch einiges an Kohle investiert haben. Das KANN natürlich auch passieren, ist aber eher unwahrscheinlich, da muss man einfach realistisch bleiben. Deshalb kümmern wir uns jetzt auch ganz unbeirrt um das Sourcing des zweiten Produktes, zumal das erste Produkt auch nicht so schlecht gestartet ist.

 

Um noch einmal ein paar Zahlen zu nennen ohne auf konkrete Umsatzzahlen einzugehen: Wir haben von unserem ersten Produkt in der ersten Bestellung 288 Einheiten bestellt. Erst nach etwa 220 verkauften Einheiten werden wir break-even sein und machen Gewinn mit den letzten 68 Einheiten. Bei dieser Rechnung habe ich aber auch wirklich sämtliche Ausgaben, die wir hatten, miteinbezogen. Da vielen, glaube ich, nicht klar ist, welche Kosten außer dem Produkt selbst und dem Import noch anfallen, hier eine kleine Liste meiner Kostenpunkte:

  • Produktkosten
  • Versandkosten
  • Verzollung
  • Einfuhrumsatzsteuer
  • Kosten für die Produktaufbereitung inkl. Produktfotos und Versand ans Amazon-Logistikzentrum
  • Anmeldung zum Dualen System
  • monatliche Gebühren der Rechnungssoftware easybill über 6 Monate gerechnet
  • Kosten für die Betriebshaftlichtversicherung über 6 Monate gerechnet
  • Amazon Gebühren über 6 Monate gerechnet (FBA-Gebühren, Verkaufsgebühren (15% pro verkauftem Artikel), Lagergebühren + Versandgebühren... Amazon heimst sich da einiges ein, was viele am Anfang unterschätzen!)
  • Kosten für EAN-Codes
  • Kosten für die Markenanmeldung beim DPMA
  • Kosten für die Website unserer Marke
  • geschätzte PPC-Werbegebühren & Facebook-Werbung
  • Kosten für Labortest (Schadstoffprüfung)
  • Kosten Gewerbeanmeldung
  • Kosten für die Samples

Doch selbst wenn wir erst nach etwa 6-7 Monaten alle Einheiten verkaufen würden, so hätten wir trotz aller Ausgaben noch immer knapp 4.000 € Reingewinn vor Steuern in der Tasche. Geteilt wiederum durch die 7 Monate wären das etwa 570 € pro Monat. Am Anfang war es natürlich auch viel Arbeit (die aber super Spaß gemacht hat!), aber aktuell kümmere ich mich nur noch etwa 2 Stunden pro Woche um die Anpassung der PPC-Werbekampagnen (zumindest für dieses Produkt, wir stecken natürlich auch noch Zeit in die Recherche neuer Produkte).

Wenn wir dann irgendwann nicht nur ein Produkt, sondern mehrere auf Amazon haben, die ähnlich passabel laufen, dann würde ja schon etwas zusammen kommen...

Aber das ist wirklich schwer zu prognostizieren! Es kann durchaus auch sein, dass wir die Einheiten erst nach 10 oder 12 Monaten los sind und noch mehr Ausgaben für Werbung haben werden. Dann schrumpft der Gewinn auf ein Minimum.

 

Das Wichtigste ist einfach ein gutes Produkt! Also nimm dir genug Zeit deine Samples auf Herz und Nieren zu testen! ;)

Ich melde mich bald wieder mit einem Update und dem Thema Gewerbeanmeldung/Unternehmensformen – diesmal hoffentlich nicht erst wieder in drei Monaten! ;) 

 

Zu guter Letzt möchte ich euch noch folgende Lektüre ans Herz legen, die auf alle wichtigen Aspekte für den Start mit Amazon FBA eingeht und wohl kaum Fragen offen lassen wird:

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