Wie kalkuliere ich meine Marge und wie organisiere ich den Transport mit dem Hersteller & Logistiker?

Nun wäre es an der Zeit, dich nach einem Logistiker umzusehen, der den Transport sowie die Verzollung für dich organisiert und der ebenfalls Kontakt mit dem Hersteller aufnimmt. Zudem solltest du die Incoterms diskutieren und dir einen Kostenvoranschlag für den Transport erstellen lassen. Auch sollte geklärt werden, ob dein Produkt per Schiff oder Flugzeug oder gar per Zug importiert werden soll. Außerdem ist nun ein elementarer Schritt die Berechnung der Marge um zu prüfen, ob sich dein Produkt überhaupt kostentechnisch lohnt!

 

Doch der Reihe nach:

Es gibt eine Vielzahl an Logistikern, die den Transport sowie die Verzollung organisieren können. Oftmals empfohlen werden z.B. Unicon und port2prime sowie FreightHub. Ich persönlich habe port2prime genutzt und war hier sehr begeistert von der Kommunikation und dem Support. Es lohnt sich auf jeden Fall, mehrere Logistiker anzuschreiben, um die Preise vergleichen zu können!

 

Dem Logistiker solltest du zunächst deine Produktdaten nennen, die du beim Hersteller erfragen musst. Also wie viele Produkte es sein werden in wie vielen Kartons, welche Maße und welches Gewicht die Kartons haben und um welche Art von Produkt es sich handelt. Anschließend kann die Frage nach Luft-, Schiff-, oder Zugtransport geklärt werden. Ich habe immer per Schiff versenden lassen, was natürlich erheblich länger dauert, aber auch erheblich günstiger ist als das Flugzeug.

 

Zu den Incoterms findest du hier nähere Erläuterungen.

Der Supplier wird meist EXW oder FOB Preise nennen. Der Unterschied ist, dass bei EXW die Ware hergestellt und dann aber nicht weiter transportiert wird (ex work / ab Werk). Bei FOB (Free on Bord) ist bereits der Transport zum und die Beladung auf das Schiff inkludiert. Mein Logistiker sagte mir damals, dass FOB zu bevorzugen ist. Er kann dies aber auch prüfen und vergleichen - ich habe mich damals auf seine Expertise verlassen.

 

Anschließend erhältst du vom Logistiker (bzw. mehreren Logistikern die zu kontaktierst) ein Angebot mit den Kosten für die Verschiffung bzw. den Lufttransport, der Verzollung und dann ggf. auch inklusive Transport zum Amazon Lager und weitere Aufbereitung. Du solltest mit den Logistikern also auch noch klären, ob die Ware vom Hafen zunächst zu dir oder direkt zu Amazon weitergesendet werden soll und ob der Logistiker evtl. noch zusätzliche Aufgaben übernehmen soll (Sichtkontrolle der Ware, Anbringen von Aufklebern wie Erstickungswarnungen, Adresse etc.). Bei allem was Aufkleber, Verpackung etc. betrifft ist es ratsam, dies soweit wie möglich schon vom Hersteller in China ausführen zu lassen, da dies günstiger kommt, als wenn das Ganze erst in Deutschland passiert. Wenn Angaben fehlen, wird dich der Logistiker normalerweise darauf aufmerksam machen und nachfragen. Beispielsweise spielt auch noch eine Rolle, ob du vorsteuerabzugsberechtigt bist oder nicht (also ob du Kleinunternehmer bist - was bei Amazon FBA generell nicht empfehlenswert ist, da du die Umsatzgrenzen normalerweise nach kurzer Zeit ohnehin überschreitest).

 

Sobald die Angebote der Logistiker vorliegen und du diese verglichen und dich für einen Logistiker entschieden hast (und du auch die Preise von deinem Hersteller erhalten hast), kannst du auch deine Margenkalkulation vornehmen. Hier gibt es ein unfassbar hilfreiches Tool und zwar den FBA-Rechner*, den du dir unbedingt zulegen solltest. In diesem trägst du alle Daten zu deinem Produkt ein, inkl. deinem angepeilten Verkaufspreis und der Rechner sagt dir dann, ob dein Produkt in diesem Falle profitabel sein kann, oder ob du von dem Produkt lieber Abstand nehmen solltest (oder eben einen höheren Verkaufspreis nehmen müsstest - der jedoch nicht deutlich über dem der Konkurrenz liegen sollte.

Es kann sein, dass du dich in diesem Schritt schweren Herzens von deinem auserwählten Produkt wieder trennen musst, sofern es nicht profitabel ist. Das ist an diesem Punkt zwar schade, wäre aber die richtige Entscheidung. Ich selbst hatte den Fall auch einmal: Ich habe mir viele Gedanken gemacht, 3D-Skizzen von meinem Produkt in CAD anfertigen lassen, mit Herstellern kommuniziert etc. Und als ich dann zur Margenberechnung kam, hat sich gezeigt, dass sich das Produkt einfach nicht lohnen würde. Dann habe ich von diesem Produkt wieder Abstand genommen. Gerade bei Produktideen für die du wirklich brennst oder bei spannenden Innovationen kann es hier sehr schwer fallen, sich von dem Produkt zu verabschieden. Natürlich kannst du auch noch mehr Hersteller anschreiben und schauen, ob nicht doch jemand das Produkt zu geringeren Preisen herstellen würde, aber manchmal ist das einfach nicht der Fall - dann braucht es Stärke um zu sagen: “Schade, das wird nix. Ich suche mir ein anderes Produkt und starte nochmal bei Null."


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