Wie finde und analysiere ich ein Produkt für Amazon FBA?

Alles startet mit dem im Grunde wichtigstem Punkt bei FBA: Einer ausgiebigen Produktrecherche und -analyse.

 

Du musst einfach wissen, ob sich dein geplantes Produkt überhaupt verkauft und dir außerdem die Konkurrenz anschauen.

 

Eine beliebte Methode ist es, sich einfach in Amazon zu verlieren und irgendwelche Begriffe in die Suchleiste einzugeben oder sich durch verschiedenste Unterkategorien zu klicken. Schaue dir die verschiedensten Produkte an und auch die verwandten Produkte, die immer bei “Kunden kauften auch” oder “Wird oft zusammen gekauft” erscheinen. Teilweise kommt man so zu den skurrilsten Produkten bei denen man anfangs nicht einmal versteht, wofür diese überhaupt da sind. Da können aber durchaus spannende bzw. lukrative Sachen dabei sein :) Eine Hand's on Recherche dazu gibt's in meinem Kurs, den ich hoffentlich noch irgendwann dieses Jahr fertig bekomme.

 

Es gibt auch sehr gute Tools wie JungleScout*, mit denen du Amazon Produkte in bestimmten Kategorien direkt filtern kannst und nur Produkte, die sich gut verkaufen, eine bestimmte Anzahl an Rezensionen haben etc. anzeigen lassen kannst. Das erleichtert die Recherche natürlich. Aber durch das “Verlieren in Amazon” kannst du bereits auf genug spannende Produkte finden, ganz ohne kostenpflichtige Tools.

 

Aber wie kannst du wenn du dich so durch die Kategorien und Produkte klickst wissen, ob dieses Produkt denn nun relevant ist, bzw. lukrativ sein könnte?

 

Achte bei den Listings (Produktseiten) zunächst auf folgende Dinge:

  • Bestseller-Rang
  • Fotos
  • Titel & Bullet Points
  • Produktbeschreibung
  • Rezensionen
  • Verbesserungsmöglichkeiten / USPs

Über den Beststeller-Rang kannst du mit Hilfe des sehr nützlichen, kostenlosen Sales Estimator von Jungle Scout, ganz einfach die geschätzten Verkäufe pro Monat ermitteln:

 Schaue dazu auf Amazon den Bestseller Rang in der entsprechenden Kategorie an und gebe die Daten im Sales Estimator ein.

 

Ein Beispiel: Ich habe mich einfach mal durch die Amazon Kategorien und vor allem Unterkategorien geklickt und bin auf Hundeleinen gestoßen. Hier habe ich mir ein bestimmtes Modell näher angeschaut und weiter unten auf der Produktseite folgende Info zum Bestseller-Rang gefunden:

Relevant ist hier die “Oberkategorie”, also “Haustier”. Diese spezielle Hundeleine ist also Rang 1.946 bei “Haustier”.

Nun gehe ich zum Sales Estimator und gebe die Daten wie folgt an. Mit einem Klick auf “Calculate Sales!” startet die Berechnung und spuckt mir den Wert 121 aus:

121 Sales macht diese Hundeleine also in etwa im Monat. Der Verkaufspreis liegt bei 14,99 €. Sind also etwa 1.800 € Umsatz im Monat. Schätzungsweise liegt der Gewinn dann meiner Erfahrung nach bei etwa 400 - 500 € pro Monat. Da gibt es sicher bessere Produkte, dennoch ganz akzeptabel.

Nun kannst du weitere Produkte oder auch andere Modelle von Hundeleinen genauso recherchieren und dir dadurch ein besseres Bild machen, ob das Produkt gefragt ist und vielversprechend sein könnte. Die Chrome Extension von JungleScout* liefert dir aber eben alles auf einen Blick, sodass du nicht jedes Produkt einzeln aufrufen musst, daher ist dieses Geld für den so wichtigen Part der Produktrecherche durchaus lohnenswert.

 

Was die Fotos betrifft, spielen diese eine immens wichtige Rolle beim Verkaufsprozess und der Conversion. Die Bilder sollten absolut perfekt sein, spare hier bitte nicht am Geld. Gute Produktfotos kosten mehrere hundert Euro, aber das zahlt sich langfristig absolut aus. Achte bei der Konkurrenz, die du analysierst also auch auf die Produktfotos: Sind diese scharf? Wirken sie sehr ansprechend? Versteht man sofort, wofür das Produkt ist und wird es auch in der Anwendung gezeigt? Wenn die Konkurrenz gut verkauft trotz mäßiger Bilder, kann das sehr interessant für dich sein. Wichtig ist auch, dass du nicht nur 1 Bild hochlädst, sondern mehrere die das Produkt in verschiedenen Anwendungsfällen zeigen, aus verschiedenen Winkeln und die Vorteile hervorheben!

 

Schaue dir also nicht nur die Bestseller-Ränge und Verkäufe der Produkte, die du analysierst an, sondern unbedingt auch die Bilder.

 

Ein weiterer Faktor sind die Titel und Beschreibungen der Konkurrenz. Bei Amazon hast du ja immer den Produkttitel, dann die Bullet-Points im Bereich neben den Produktbildern und dann eben die Produktbeschreibung darunter.

 

Wenngleich die Fotos wirklich der wichtigste Aspekt im Listing sind, folgt danach der Titel und die Bullet-Points. Die Produktbeschreibung ist vergleichsweise weniger wichtig.

Im Titel und den Bullet-Points ist die Kunst, möglichst viele relevante Keywords, die bei der Keywordrecherche gefunden wurden, unterzubringen aber gleichzeitig sehr ansprechende und interessante Sätze zu bilden - und das Ganze mit den wenigen zur Verfügung stehenden Zeichen (auf die Keywordrecherche gehe ich in einem anderen Unterkapitel ein). Verzichten sollte man auf Bullet-Points wie “Extra lange Hundeleine 15m”, sondern eher benefitorientierte Beschreibungen verwenden, die den Nutzen und Mehrwert für den Kunden darstellen, also z.B. “Mit ihrer verstellbaren Länge bis zu 15m und dem komfortablen Halsband aus Leder, bietet diese Leine deinem Begleiter genug Freiraum”. Den Satz habe ich mir jetzt kurz an den Haaren herbeigezogen, aber er verdeutlicht (hoffe ich) den Sinn der Bullet-Points: Mit “Leder”, “Halsband”, “verstellbar” und “Leine” habe ich direkt vier relevante Keywords, die ich zuvor kurz recherchiert habe, in einem Bullet-Point untergebracht. Zudem habe ich den Vorteil (komfortabel & Freiraum bieten) hervorgehoben und das Ganze halbwegs ansprechend formuliert (dein Begleiter… Hund wird als Freund beschrieben).

 

Die Recherche aller relevanten Keywords kannst du entweder auch mit dem Keyword Tool von JungleScout* durchführen, es gibt aber auch kostenfreie Tools, die dich dabei unterstützen, wie beispielsweise Sonar. Es bietet sich auch an die Listings der Konkurrenz die bereits erfolgreich verkauft anzuschauen und dort einige Keywordideen zu sammeln. Später mehr zur Keywordrecherche.

 

Kommen wir nun noch zu den Rezensionen. Hier wäre es für dich natürlich gut, wenn die Konkurrenz zum einen relativ wenige Rezensionen hat (nicht deutlich über 100) und nicht unbedingt durchgängig 4,5 - 5 Sterne hat.

 

Mit dem Punkt “Verbesserungsmöglichkeiten” ist gemeint, dass du dir Gedanken machen solltest, inwiefern du die bestehenden Produkte bei Amazon die bereits gut verkaufen, verbessern kannst. Gibt es Dinge, die die Kunden in den Rezensionen bemängeln und die du optimieren kannst? Fallen dir nützliche Dinge ein, die am Produkt verbessert werden können? Denke dabei an Dinge wie Handhabung, Einsatzzweck, Material, Haptik, Look, Größe, Länge etc. Mit dieser Herangehensweise arbeitest du USPs, also “Unique Selling Points” aus, die dein Produkt von der Konkurrenz abheben.

 

Perfekt wäre es also wenn die Konkurrenz unteroptimiert ist (Produktfotos, Listing & Rezensionen ausbaufähig) aber dennoch bereits gut verkauft und du Ideen zur Verbesserung des Produktes hast. Denn dann besteht eigentlich kein Grund, warum dein künftiges Produkt nicht mindestens die gleiche Menge an Sales generieren sollte, wie die bestehende Konkurrenz!


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