Seller Account einrichten, während die Ware in Produktion oder im Transport ist

Kommen wir nun noch zu einigen elementaren Einstellungen in der Amazon Seller Central, die du vornehmen solltest. Auf die Erstellung des Accounts möchte ich gar nicht näher eingehen, da dies großteils selbsterklärend ist. Bei der Registrierung ist jedoch wichtig, ob du einen Pro Account anlegen möchtest oder als Einzelanbieter agieren möchtest.  Der Pro-Account kostet dich 39,00 € im Monat (solltest du deine Ust-ID nicht hinterlegen, kommen da noch einmal 19 % Umsatzsteuer drauf, also diese unbedingt hinterlegen!), wohingegen dich der Account als Einzelanbieter keine monatlichen Gebühren kostet. Dann zahlst du nur pro verkaufter Einheit aktuell 0,99 €. Wenn du also mehr als 40 Einheiten im Monat verkaufst, lohnt sich bereits der Pro Account und diese Menge sollte bei FBA in jedem Falle überschritten werden, weshalb der Pro Account empfehlenswert ist. Zudem hast du beim Pro Account mehr Optionen wie z.B. Werbeaktionen, Einkaufswagen-Feld und einige Verwaltungsoptionen.

 

Was sich jedoch lohnen kann, ist, den Account erst auf Einzelanbieter zu belassen und sobald deine Ware bei Amazon ist auf Pro umzustellen. So sparst du dir die 39 € Gebühr in der Zeit, in der deine Ware noch gar nicht bei Amazon im Lager ist und du somit nichts verkaufst.

 

Zudem solltest du AGB hinterlegen. Schau dazu gerne mal hier vorbei. 

Die AGB sollten auch als PDF an jede Rechnung angehängt werden. Zur Rechnungserstellung komme ich gleich noch. 

 

Du solltest dir auch überlegen, ob du in den Versandeinstellungen die Lieferungen auf Deutschland begrenzen möchtest. Zwar kannst du den Versand in andere Länder ganz easy aktivieren und auch dein Produkt (sobald es im Lager ist) relativ simpel auch auf den anderen Amazon Marktplätzen anbieten. Allerdings kann es hier bei Überschreitung gewisser Lieferschwellen sein, dass du dich steuerlich in dem Zielland registrieren musst, was einigen Aufwand und Kosten mit sich bringt. Ich habe mich daher auf Deutschland beschränkt, was auch für die ersten Produkte in jedem Falle ausreicht. Auch solltest du in den Einstellungen zu “Versand durch Amazon” den Paneuropäischen Versand durch Amazon deaktivieren. Mittels diesem erlaubst du Amazon, dass deine Produkte nicht nur in Deutschland, sondern z.B. auch in Polen oder Tschechien gelagert werden. Auch hier kann es nämlich steuerlich komplex werden und das Ganze lohnt sich erst ab einer relativ hohen Verkaufszahl pro Monat, womit du dich am Anfang nicht befassen solltest. 

 

In den Einstellungen zu “Versand durch Amazon” solltest du bei “Strichcode-Einstellung” auch noch den “Hersteller-Strichcode” auswählen, sofern du eigene EAN-Codes verwendest, auf die ich in einem anderen Unterkapitel bereits eingegangen bin.

 

Zudem bist du verpflichtet, deinen Kunden eine Rechnung nach jedem Kauf zukommen zu lassen, da du bei FBA selbst als Verkäufer agierst (anders als im T-Shirt Business und beim Amazon KDP, bzw. dem Selfpublishing über Amazon). Das Ganze sollte automatisiert ablaufen und ich nutze dazu Easybill*. Wie du Easybill dann mit Amazon verknüpfst, kannst du hier nachlesen:

Ansonsten gilt es noch einige selbsterklärende Infos in der Seller Central anzulegen: Deine Firmenadresse, Bankverbindung, Umsatzsteuer-ID etc. 

 

Während deine Ware auf dem Schiff, Zug oder im Flugzeug ist, kannst du auch bereits dein Produkt in der Seller Central anlegen. Schritt für Schritt zeige ich dies in meinem bald erscheinenden Kurs. Auch dort gibt es nämlich einige Optionen zu beachten. Infos zur perfekten Beschreibung / Listing deines Produktes gebe ich in diesem Unterkapitel. 

 

Im Zuge der Produktanlegung benötigst du auch extrem gute Produktfotos. Ich habe bereits erwähnt, dass die Produktfotos das Wichtigste überhaupt beim gesamten Listing sind und hier nicht gespart werden sollte. Sehr gute Fotos kannst du beispielsweise bei Graphicvalley oder ankoma studio oder produktfoto-agentur.de machen lassen. Dazu nimmst du mit einem dieser Ansprechpartner Kontakt auf und sendest diesem 1-2 Einheiten deines Produktes zu bzw. lässt diese vom Logistiker dorthin senden. Auf Beispiele von sehr guten Produktbildern werde ich ebenso in meinem Kurs eingehen. 

 

Spätestens wenn dein Produkt ankommt, solltest du dich auch um eine Betriebs- und Produkthaftplichtversicherung kümmern. Schließlich willst du dich so gut wie möglich absichern, falls wider erwarten jemand durch dein Produkt zu Schaden kommen sollte. Ich habe damals lange recherchiert und mich dann für die HISCOX Versicherung für Online-Shop Betreiber* entschieden, die mich in einem persönlichen Gespräch sehr überzeugt hat. 

 

Was kannst du sonst noch tun bzw. vorbereiten, während du auf dein Produkt wartest…?

Sicherlich wäre es nicht unklug, sich bereits um einen Steuerberater zu kümmern, der sich mit E-Commerce auskennt. Schließlich hast du regelmäßig Umsatzsteuervoranmeldungen einzureichen und am Ende eines jeden Jahres deine Steuererklärung zu machen.

 

Außerdem musst du dich um eine Verpackungslizensierung kümmern: Mit dem Verkauf deiner Waren fällt Verpackungsmüll an, weshalb du verpflichtet bist, dich bei einem dualen System zu registrieren und hier regelmäßig die anfallenden Mengen zu melden. Zusätzlich sind diese beim Verpackungsregister LUCID zu melden. Persönlich nutze ich dazu Landbell. Weitere Infos dazu findest du hier.

 

Auf alle wichtigen Einstellungen im Seller Account und auch dem Prozedere des Anlegens eines Produktes gehe ich dann auch nochmal im Online-Kurs ein. Dort zeige ich am Bildschirm genau auf, wie ich dabei vorgehe.


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