Notwendige Unterlagen, Nummern etc.

Für den Transport und Import benötigt der Logistiker und ggf. auch der Hersteller noch weitere Infos von dir. Bereits angesprochen hatte ich den Kartoninhalt (Warenbezeichnung) sowie das Gewicht und die Anzahl der einzelnen Kartons, deine Kontaktdaten etc. Weiterhin wird der Logistiker deine Umsatzsteueridentifikationsnummer benötigen, die du nach deiner Gewerbeanmeldung im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung hoffentlich beantragt hast :)

 

Weiterhin wird eine EORI Nummer benötigt. Diese dient der eindeutigen Identifizierung der Wirtschaftsbeteiligten und erleichtert den Import bei der Verzollung. Diese kann zum Glück kostenlos beim Zoll beantragt werden, was du unbedingt rechtzeitig tun solltest. Mehr zur Beantragung findest du hier.

 

Auch wird dich dein Supplier und auch der Logistiker nach der passende Zolltarifnummer fragen. Diese Nummer dient dazu, die Spezifikationen und Eigenschaften deines Produktes genau zu identifizieren und dann entsprechend den korrekten Umsatzsteuersatz zu verwenden. Recherchieren kannst du hier. Zusätzlich kannst du dich auch direkt beim Zoll erkundigen sowie bei deinem Hersteller und Logistiker, denn oftmals kommen mehrere Nummern in Frage. Der Supplier wird dabei übrigens vom “HS-Code” sprechen. 

 

Außerdem solltest du deine Umsatzsteuer-Identifkationsnummer in deinen persönlichen Angaben in der Amazon Seller Central hinterlegen, damit Amazon dir auf deine Verkäufergebühren keine Umsatzsteuer berechnet. 

 

Beim Anlegen des Produktes in der Seller Central wirst du außerdem nach einem Barcode gefragt, der auf jedem einzelnen deiner Produkte auf der Verpackung angebracht sein muss, damit Amazon diese scannen und korrekt einlagern und verbuchen kann. Hier hast du die Wahl zwischen EAN-Codes, die du bei der GS1 käuflich erwerben kannst, oder der Amazon eigenen FNSKU-Nummer. Wichtig zu wissen ist, dass jede Variante eines Produktes einen eigenen EAN-Code haben muss. Verkaufst du beispielsweise Tennissocken in Größe L und M und jeweils in den Farben Grün und Blau, brauchst du vier EAN-Codes (Grün L, Grün M, Blau L, Blau M). Um stattdessen die FNSKU zu verwenden und auf die EAN-Codes zu verzichten, benötigst du eine eigene eingetragene Marke, die du auch bei Amazon registrieren musst. Wenn du also mit “No Name” Produkten starten möchtest und keine Brand mit eigener Website usw. erstellen möchtest, müsstest du auf die EAN-Codes zurückgreifen. Ein Vorteil von EAN-Codes ist auch, dass du deine Produkte auch außerhalb von Amazon vertreiben kannst, da es sich eben nicht um eine “Amazon-eigene” Nummer handelt. Beim Kauf der EAN-Codes gibt es verschiedene Varianten und Pakete. Zudem erhältst du erst einmal reine Zahlencodes, die du dann noch in Barcodes umwandeln musst. Wichtig ist, dass du bei Nutzung der EAN-Codes in den Einstellungen der Seller Central den “Hersteller Strichcode” aktivierst. 

 

Darauf gehe ich in meinem bald erscheinenden Kurs näher ein, da das Ganze hier den Rahmen sprengen würde. Im Kurs werde ich auch Live ein neues Produkt anlegen, wobei ich genau auf die wichtigen Punkte eingehe und alles am Bildschirm zeige. 

Jetzt ist es erst einmal wichtig für dich zu wissen, dass du diese “Nummern” oder “Codes” beachten musst und dass diese wichtig sind. 

 

Neben dem EAN-Code bzw. FNSKU-Nummer sollten auch noch weitere Vermerke auf jeder verpackten Einheit abgedruckt bzw. aufgeklebt werden und zwar eine Erstickungswarnung falls du Polybags verwendest, deine Firmenadresse und ggf. die Materialzusammensetzung, wenn es sich um ein Textilprodukt handelt. 

Ob du die Etiketten vom Hersteller oder vom Logistiker aufkleben lässt oder ob du es selbst machst, bleibt dir überlassen. Optimalerweise macht es direkt der Hersteller, da dieser diese Informationen ggf. auch direkt in die Verpackung einbauen kann und (falls es Etiketten-Aufkleber sein sollen) er dies für weniger Geld macht, als der deutsche Logistiker.