Auf welchen Plattformen sollte ich meine Designs hochladen?

Es gibt eine Vielzahl an Print-on-Demand Seiten, bei denen du dich registrieren und anschließend deine fertigen Designs hochladen kannst. Es macht immer Sinn, die Designs auf mehreren Plattformen hochzuladen, da dies zum einen natürlich die Anzahl der Verkäufe steigert und zum anderen teilweise auf den verschiedenen Plattformen sehr unterschiedliche Designs von den Kunden favorisiert werden.

 

Außerdem: Du hast in dein fertiges Design Zeit und/oder Geld gesteckt - wieso dieses dann nicht mehrfach nutzen und nur auf einer einzigen Plattform hochladen?

 

Folgende Plattformen nutze ich selbst:

  • Merch by Amazon
  • Spreadshirt.de
  • Spreadshirt.com
  • RedBubble
  • Shirtee (in Verbindung mit Amazon Seller Central)

 

weitere bekanntere Plattformen (die ich nicht nutze) sind z. B.:

  • Teezily
  • Teespring
  • Teepublic

 

Merch by Amazon (MBA) ist sicherlich die attraktivste und profitabelste Plattform. Hier erscheinen deine Designs wahlweise auf Amazon.com sowie .de und .co.uk. Du kannst also den britischen, amerikanischen und den deutschen Amazon-Marktplatz bedienen. Auf Amazon tummeln sich nun mal Millionen von Kunden und dementsprechend wirst du hier auch organisch die meisten Verkäufe erzielen, die du anschließend mit Amazon-Werbeanzeigen sogar nochmal zusätzlich befeuern kannst.

 

Eine Besonderheit bei MBA im Vergleich zu anderen Plattformen ist jedoch, dass du dich hier zunächst bewerben musst. Im Rahmen der Registrierung bei MBA musst du ein kurzes Bewerbungsschreiben ausfüllen, um von Amazon angenommen zu werden. Hier herrscht nach allem was man liest jedoch eine gewisse WIllkür, da der Aufnahmeprozess relativ undurchsichtig ist. Manche werden angenommen, manche nicht. Was gegebenenfalls hilft, ist, in der Bewerbung bereits darauf hinzuweisen, dass du bereits aktiv auf z.B. Spreadshirt verkaufst und nun dein Business auch auf Amazon ausweiten möchtest (mit Nennung der entsprechenden Links zu deinem Spreadshirt-Shop).

 

Eine weitere Besonderheit ist der Uploadprozess deiner Designs: Anders als bei vielen anderen Plattformen, kannst du nach erfolgreicher Registrierung bei MBA nicht sofort hunderte Designs hochladen, da es so genannte Tier-Levels gibt. Anfangs bist du in T10, kannst also lediglich 10 Designs hochladen (bzw. man spricht dabei auch von “Slots”. Du hast anfangs also nur 10 Slots frei). Nach 10 Verkäufen steigst du auf in T25, kannst also 25 Slots füllen. Nach 25 Verkäufen steigst du in T100 auf. Nach 100 Verkäufen in T500 und so weiter und so fort.

 

Anfangs kann es sich daher lohnen, die Designs mit einer Marge nahe 0 festzulegen, also dass du bei einem Verkauf quasi keine Einnahmen hast, dafür aber wahrscheinlich mehr verkaufst und somit schneller in höhere Tiers kommen kannst. Zudem wird jedes Design, das sich innerhalb von 180 Tagen nach Upload nicht verkauft, automatisch delisted. Auch dem kannst du mir geringen Startpreisen vorbeugen. Ab T1000 würde ich jedoch spätestens eine gewinnbringende Marge einstellen - schließlich wollen wir mit dem Business ja auch etwas verdienen... Nach einem Sale, würde ich den Verkaufspreis etwa 2 $ hochsetzen, nach einema weiteren Verkauf wieder, bis der Zielpreis bzw. deine Zielmarge erreicht ist (bei mir sind das beim Standard T-Shirt meiste 19,99 $). 

 

Wie der Upload-Prozess bei MBA funktioniert, wie du deine Designs größenmäßig formatieren solltest, wie du schnell in höhere Tier-Levels kommst und welche Möglichkeiten dir Amazon im Hinblick auf Werbeanzeigen bietet und wie du diese einrichten solltest, darauf gehe ich im (bald erscheinenden) Videokurs und teilweise auch in meinen künftigen Blogartikeln sowie meinem Newsletter konkret ein.

 

 

Spreadshirt (.de und .com) ist die klassische Einsteigerplattform, da du hier nach Registrierung sofort loslegen und deine Designs hochladen kannst. Zudem hast du auf Spreadshirt zwar deutlich weniger Verkäufe als auf Amazon, dennoch rangiert diese Plattform bei mir in Sachen Verkäufe auf Platz zwei hinter Amazon. Eine Registrierung auf .de und .com ist sinnvoll, da du mit .com auch das nicht-europäische Ausland bedienst.

 

Ein weiterer Vorteil ist die große Produktauswahl. Stehen bei MBA nur eine handvoll Produkte zur Verfügung, auf die dein Design gedruckt werden kann, sind es bei Spreadshirt deutlich mehr. Von vielen verschiedenen Shirtvarianten über Tüchern, Tassen, Taschen, Mützen bis hin zu Mousepads und Handyhüllen ist alles dabei. Zudem hast du die Möglichkeit, einen eigenen Shop zu erstellen und diesen anschließend zum Beispiel über Google- oder Facebook-Werbeanzeigen zu bewerben.

 

Anders als bei MBA legst du hier nicht die Verkaufspreise des Shirts fest, sondern direkt die “Royalties”, also deine gewünschte Marge. Bei Spreadshirt kannst du hier eher höhere Preise ansetzen als bei MBA. Es hat sich gezeigt, dass Kunden bei Spreadshirt eher bereit sind, etwas mehr zu bezahlen. Zumindest hat sich bei mir kein signifikanter Unterschied in den Verkäufen gezeigt, als ich die Marge von knapp 5 € auf 9,46 € erhöht habe. 

 

Insofern bietet Spreadshirt durchaus einige Vorteile zu MBA und du solltest diese Plattform auf jeden Fall auch bedienen, wenngleich MBA aufgrund des massiven Traffics in Sachen Verkaufszahlen natürlich die Nase vorn hat.

 

 

RedBubble ist eine sehr spezielle Plattform. Auch hier kannst du direkt nach der Registrierung starten. Diese Plattform kommt einem direkt etwas alternativ-kreativ-künstlerischer vor als die anderen Plattformen. Viele berichten auch, dass sich hier oft ganz andere Designs als auf Spreadshirt oder MBA verkaufen. Daher lohnt es sich, RedBubble ebenfalls zu bedienen. Hier legst du deine Marge in Prozenten fest, die du in den Einstellungen von RedBubble anpassen kannst. Wie auch bei Spreadshirt, kannst du bei RedBubble mittlerweile Designvorlagen erstellen. Das bedeutet, dass du die Größe und Ausrichtung sowie Farbauswahl nicht bei jedem Design, das du hochlädst, neu einstellen musst, sondern eine gespeicherte Vorlage laden kannst. Darauf und wie du deinen Uploadprozess und deine Preisstategie generell optimieren kannst, gehe ich im bald erscheinenden Videokurs genauer ein. 

 

 

Shirtee ist ebenfalls interessant und speziell: organisch habe ich hier noch nie auch nur ein Produkt verkauft. Aber warum ist die Plattform trotzdem interessant? Du hast bei Shirtee sehr gute Margen und kannst ebenso wie bei Spreadshirt deinen eigenen Shop einrichten. Insofern ist Shirtee sehr interessant, wenn du externe Werbung über Facebook oder Google auf deinen Shirtee Shop schaltest. Das habe ich selbst noch nicht ausprobiert, da ich zunächst einmal nur auf Amazon Werbung schalten möchte und ich mich mit Facebook Werbeanzeigen zwar schon befasst habe, aber dort noch einiges zu lernen habe. Zudem möchte ich mich erst einmal auf die direkten gewinnbringenden Maßnahmen fokussieren (mehr Designs hochladen), was ich dir auch nur empfehlen kann (mehr dazu im Artikel zum Mindset).

 

Doch zurück zum Thema: Shirtee ist auch noch in anderer Hinsicht spannend: wenn du einen Amazon Seller Account hast (den ich ohnehin wegen meiner Amazon FBA Tätigkeit habe), kannst du diesen an Shirtee anbinden und Dropshipping betreiben. Anschließend kannst du deine bei Shirtee hochgeladenen Designs in die sog. Shirtee-Cloud übertragen und von dort aus zu Amazon exportieren; die Shirts erscheinen dann auf Amazon.de. Kauft nun ein Kunde auf Amazon das Shirt, läuft die Bestellung automatisch bei Shirtee ein. Shirtee bedruckt und versendet das Shirt anschließend und stellt dir dann eine Rechnung für Druck und Versand aus, die du anschließend begleichen musst.

 

Beachte, dass auch du (anders als bei MBA, Spreadshirt & Co.) dem Kunden eine Rechnung stellen musst (ich mache das automatisiert mit Easybill*), da du in diesem Falle nicht einfach nur Provisionen von der Plattform erhältst und die Plattform der Verkäufer auftritt, sondern da du hier als Verkäufer agierst. 

Im Endeffekt stellt sich die Vergütung etwas komplex dar. Du stellst das Shirt z.B. für 22,95 Euro über Shirtee bei Amazon ein und setzt in der Amazon Seller Central die Versandkosten noch auf 3 Euro. Kauft ein Kunde das Shirt auf Amazon, zahlt er also 25,95 Euro. Vom Verkauf sackt sich Amazon erstmal eine Verkaufsgebühr in Höhe von aktuell 15% ein, in diesem Falle also 3,89 Euro. Die Differenz von 22,06 Euro bekommst du. Nun stellt Shirtee dir eine Rechnung für Druck und Versand in Höhe von z.B. 13,95 Euro. Bleiben für dich am Ende also 22,06 Euro - 13,95 Euro = 8,11 Euro vom Verkauf übrig. 

Ich gebe zu, das Ganze klingt jetzt super komplex - ist aber eben sehr hilfreich für diejenigen, die bei MBA nicht angenommen werden und trotzdem über Amazon (zumindest Amazon.de) verkaufen möchten! Außerdem klingt das Ganze jetzt erst einmal komplizierter als es eigentlich ist. 

 

Zu den weiteren Plattformen kann ich mir kein Urteil erlauben, da ich diese noch nicht selbst getestet habe.


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