Hörbuch aufnehmen - Hörbuch selber aufnehmen mit Audacity als Nebeneinkommen

Das Amazon Self-Publishing ist eine lukrative Einnahmequelle, aber zusätzlich noch Hörbücher selber aufnehmen setzt noch einen drauf! Heute will ich genauer erklären, wie das Hörbücher aufnehmen bei mir abläuft und wie die Bearbeitung via Audacity funktioniert. 

Eigene Hörbücher aufnehmen - warum die ganze Arbeit?

Mein eigentliches Geschäftsmodell ist es, Ghostwriter zu engagieren und mir von ihnen Bücher zu einem Thema verfassen zu lassen, das viel Aufmerksamkeit bekommen wird. Was der genaue Inhalt sein muss, damit das Werk den nötigen Umsatz einbringt, recherchiere ich vorher selbst. 

 

Wenn die Bände nun aber ohnehin schon im virtuellen Regal stehen, so zumindest mein Gedankengang, kann ich auch noch zusätzlich ein Hörbuch dazu einsprechen. Der Aufwand ist gut zu meistern und viele neue Vertriebswege und Einkünfte stehen mir so offen. 

 

Zu Beginn ließ ich auch diese Produktionen von externen Dienstleistern übernehmen. Das Endprodukt ist dabei nicht schlecht, lohnt in meinen Augen aber den finanziellen Aufwand keineswegs, da man hier auch leicht selbst aktiv werden kann. 

 

Hat das Hörbuch selber aufnehmen dann geklappt, stehen dir zahlreiche neue Plattformen offen, auf denen du dein Material verkaufen kannst. Dazu zählen so bekannte Namen wie Audible, iTunes oder schlicht Amazon. 

Hier kannst du deine Hörbücher verkaufen

Die vielen unterschiedlichen Plattformen, auf denen du deine Hörbücher platzieren kannst, bieten jeweils verschiedene Vor- und Nachteile. Kannst du die gesprochene Variante parallel zum normalen Ebook verkaufen, erhöht sich der Umsatz deutlich.

 

Für eine einfache und gleichzeitig besonders effektive Verteilung bietet sich Feiyr.com an. Dieses Portal platziert deine Hörbücher (oder Musik) an verschiedenen Stellen wie etwa Spotify, Apple Music oder Audible. Aber auch kleinere und mittlere Shops wie buecher.de oder Thalia werden bedient. 

 

Mit einer Aufnahme deines Buches kannst du dir ganz neue Kundengruppen erschließen. Denn viele Genres, die im Self-Publishing besonders gut funktionieren, wie etwa Ratgeber, werden gerne auch von Leuten zum Beispiel während einer Autofahrt gehört. 

 

Die Vertriebswege sind also gesichert, jetzt geht es an die Praxis! Das brauchst du alles für die Aufnahme:

 

Hörbuch selber aufnehmen mit einfachem Equipment

Wer sein Buch selbst einsprechen will, braucht dafür natürlich die passenden Werkzeuge. Mit der Aufnahmefunktion deines Handys ist es hier nicht getan. Am Mikrofon solltest du also nicht sparen! 

 

Gleichzeitig bleiben die Kosten hier aber angenehmerweise weit unter dem, was etwa im professionellen Studiobereich investiert werden muss. Die Unterschiede sind dabei für Laien nicht hörbar. 

 

Ich selbst verwende zum Beispiel ein “Procaster”-Modell von Rode*, das aktuell schon für 165 Euro bei Amazon zu haben ist. Mit den Gewinnen, die das Self-Publishing jeden Monat einbringt, lässt sich dieses Investment schnell wieder hereinholen - gleich doppelt, wenn auch die Hörbücher hohen Absatz finden!

 

Das zweite, wichtige Utensil ist das Audio-Interface, in das unser Mikrosignal gesendet wird, bevor es von dort in unseren Computer wandert. Hierzu verwende ich ein “Scarlet 2i2” von Focusrite*, welches in der gleichen Preisklasse rangiert. 

 

Zum Drumherum gehört noch die Verkabelung sowie ein hochwertiger Galgenarm mit einer Mikrofonspinne. Hier kann natürlich jeder seinen eigenen Vorstellungen folgen - ich habe mich für ein Rode “PSA1” Galgenstativ* und die dazu passende “PSM1” Mikro-Halterung* entschieden. 

 

Ein hilfreiches Extra ist außerdem ein Computer mit zwei Bildschirmen. Ich nutze einen davon, um meine Aufnahme zu überwachen und sicherzugehen, dass auch wirklich etwas ankommt. Der zweite Monitor zeigt den Text, den ich vorlese. 

 

Meine Tipps für deine Aufnahme

Hörbücher selber aufnehmen ist keine Raketenwissenschaft - aber ganz ohne Arbeit und Erfahrung wird es ebenfalls nichts. In der Zwischenzeit habe ich einige Bücher selbst aufgenommen, verworfen, optimiert und so einige Tipps und Empfehlungen zusammengetragen:

 

  • Spare nicht an der Mikrofonspinne. Du magst zwar denken, es sei O.K., das Mikro einfach an ein Stativ zu schrauben oder gar irgendwo auf deinen Tisch zu legen. Die Störgeräusche bei jeder Berührung der Unterlage werden dich aber schnell eines Besseren belehren
  • Jedes Mikrofon hat einen sogenannten “goldenen Punkt”, an dem es die beste, am saubersten klingende Aufnahme produziert. Mach dich auf die Suche nach diesem Sweet-Spot (Winkel und Entfernung beachten!), um die Möglichkeiten deines Geräts auszuloten
  • Du solltest den goldenen Punkt kennen, ihn 100 % zu nutzen ist aber nicht unbedingt nötig. Der Sound, den mein Mikrofon hier erzeugt, ist zwar glasklar; man kann jedoch alle Schmatz- und Klickgeräusche meines Mundraums hören. Das ist zu viel des Guten, sodass ich mich lieber leicht wegdrehe. 
  • Ohne die Kenntnis dieses Punktes wäre das aber nicht möglich, daher empfehle ich, dein Mikrofon vorher “kennenzulernen”. Zu vielen Modellen findest du auch im Internet Hinweise, die dir die Suche erheblich erleichtern können. 
  • Deine ideale Entfernung vom Mikrofon hängt von der verwendeten Technik und deiner Stimme ab. Mein Mund ist beispielsweise 3 Finger breit entfernt - dieses Maß habe ich in verschiedenes Tests ausgelotet.  Suche dir am besten ein ähnliches Hilfsmittel, um den perfekten Abstand jederzeit wieder finden zu können. 
  • Der Raum, in dem du aufnimmst, sollte möglichst klein sein, um unnötigen Hall zu vermeiden. Außerdem sollten natürlich möglichst wenige - besser keine - Umgebungsgeräusche zu hören sein. Dass dein Handy auf Lautlos und außer Reichweite ist, versteht sich von selbst.
  • Teste dein Setup mehrfach und nimm alle Einstellungen vor, bis du wirklich zufrieden bist. Starte erst dann mit deiner Aufnahme. Es gibt kaum etwas Ärgerlicheres, als im dritten Kapitel zu merken, dass du die ganze Zeit versehentlich mit der Kamera deiner Webcam aufgenommen hast.

 

Die Aufnahme mit Audacity vorbereiten

Für die eigentliche Aufnahme auf meinem Computer verwende ich Audacity, ein seit langem bekanntes und weit verbreitetes Tool. Dieses kannst du jederzeit kostenlos herunterladen und auch die Community ist groß und aktiv, sodass dir bei Fragen und Problemen schnell geholfen wird. 

 

Zusätzlich empfehle ich noch zwei Plugins (ebenfalls kostenlos), die dir sehr gelegen kommen werden, wenn du ein Hörbuch selber aufnehmen willst. Das ist zum einen “ACX Check”, mit dem du die Qualität deiner Aufnahmen Prüfen kannst. 

 

Denn die Audiobook Creation Exchange, kurz: ACX, ist ein Hörbuch-Service, der im Hintergrund von Audible aktiv ist. Er funktioniert auch als Marktplatz für Sprecher und Buch-Produzenten. 

 

Um hier akzeptiert zu werden und somit deine Bücher auch auf Audible veröffentlichen zu können, musst du gewisse Qualitätsstandards erfüllen. Die einfachste Möglichkeit, deren Einhaltung sicherzustellen, ist über das Plugin ACX Check. 

 

Daneben empfehle ich auch noch “RMS Normalize”, welches eine Normalisierung des Signals ermöglicht, die der hauseigenen Funktion von Audacity deutlich überlegen ist. Ohne hier zu sehr ins Detail gehen zu wollen, wirst du dadurch einen volleren Sound erreichen.  

 

Bevor wir mit der eigentlichen Aufnahme starten, nehmen wir einige Sekunden lang nur den Raum auf, ohne etwas zu sagen oder Geräusche zu machen. Dieser Raumton bildet die Basis, um später mittels Rauschreduzierung unser Ergebnis zu optimieren. 

 

Nun fügen wir eine neue Mono-Spur hinzu und können mit unserem eigentlichen Hörbuch beginnen. 

 

Hinweis: Konkreter und besser dargestellt findest du diese Infos in meinem zugehörigen YouTube Video am Ende dieses Artikels.

 

Es wird ernst: so nehmen wir auf

Wollen wir ein Hörbuch selber aufnehmen, können wir nicht einfach drauflos reden und unsere Aufnahme in beliebiger Form und Qualität abliefern. Wir müssen uns nach den Vorgaben der jeweiligen Plattformen richten, auf denen wir unser Werk später verkaufen wollen. 

 

Die Richtlinien von Feiyr.com definieren dabei die Notwendigkeit des WAV Formats und Stereospuren. 

 

Hast du einen Fehler vorgelesen, solltest du die Aufnahme unterbrechen und die entsprechende Phrase wiederholen. Du kannst hierbei entweder direkt beliebig große Stücke deiner Aufnahme markieren und entfernen, um anschließend erneut einzusprechen, oder einfach fortfahren und später schneiden. 

 

Auch das Nutzen einer zweiten Spur ist hier möglich, wenn du dir nicht ganz sicher bist, wann dein Einsatz kommt. Lasse einfach die bisherige Aufnahme laufen und nehme auf der neuen Spur auf. Beginne zu sprechen, wenn dein alter Text endet. So erzielst du das perfekte Timing. 

 

Ich persönlich bereite meine Texte nicht speziell vor, sondern lese sie einfach aus dem Stegreif. Das führt dazu das ich mich verhaspele oder hier und da falsch betone. Oft klingt eine Stelle auch schlicht seltsam. 

 

In all diesen Fällen unterbreche ich dann meine Aufnahme und spreche das Wort oder den Satz so lange vor mich hin, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden bin, und drücke dann wieder “Record”. Dies ist mein persönlicher Qualitätsanspruch und weniger würde ich nicht empfehlen!

 

Der Feinschliff

Nachdem ein Kapital oder Absatz aufgenommen und abgespeichert ist, lassen wir direkt die Rauschreduzierung darüber laufen. Hierfür nutzen wir die kurze Aufnahme, die wir zu Beginn erstellt haben. Von ihr “lernt” Audacity, welche Geräusche zu entfernen sind, wenn wir im Rauschreduktionsmenü auf “Profil ermitteln” klicken und diese Datei auswählen.

 

Die perfekten Einstellungen für sind, laut den Audacity-Foren:

Rausch-Verminderung (dB): 18

Empfindlichkeit: 6,00

Frequenz-Glättung (Bänder): 3 

 

Und mit diesen Werten erziele ich tatsächlich auch ein sehr gutes Ergebnis. 

Nun höre ich mir die gesamte Aufnahme noch einmal über Kopfhörer an. Hier sollte man ebenfalls nicht sparen, da man auf minderwertigen Wiedergabegeräten qualitative Feinheiten schlicht nicht wahrnehmen kann. 

 

Entdecke ich zu lange Pausen, Fehler, dir mir entgangen sind oder Schmatz- oder Klicklaute, wird hier munter geschnitten und die Spuren verschoben. Auch teilweise Neuaufnahmen können erforderlich werden. 

 

Ist hingegen ein Übergang zu kurz (das passiert häufig, wenn ich schneiden musste), füge ich einen längeren Abstand ein. Allerdings bleibt der neue Zwischenraum nicht einfach leer, sondern wird mit einem Teil der Raumklang-Aufnahme gefüllt. 

 

Ideal ist es jedoch, möglichst alle Fehler und Bearbeitungen schon während der Aufnahme zu entdecken und durchzuführen, anstatt diese im Nachhinein einzeln zu bearbeiten. 

 

Nun nutze ich noch den Equalizer, um den Sound zu optimieren. Im dazugehörigen Menü wähle ich unter “Kurve” die Option “Low rolloff for speech” und eine Filterlänge von etwa 50.000. Danach folgt noch das bereits erwähnte Plugin “RMS Normalizer”: Mit einem “Target RMS Level” von etwa 19,3 bis 19,5 sind wir hier gut dabei. 

 

Zuletzt markieren wir noch unsere gesamte Spur und lassen den “Begrenzer” darüber laufen. Die Standardeinstellungen, die uns beim Öffnen des Menüs vorgeschlagen werden, sind hier bereits ausreichend, sodass wir keine Änderungen vornehmen müssen. 

 

Der Abschluss: Export und Verkauf

Die fertige Datei speichern wir im Format, dass der jeweils angepeilte Abnehmer wünscht. Das ist im Falle von ACX zum Beispiel eine .MP3 (für deren Export ihr vorher noch einen Codec installieren müsst - die Audacity-Hilfe hat dazu mehr Informationen) oder eine .WAV für Feiyr. 

 

Alles in allem benötigt das Einsprechen eines gesamten Buches von der bei mir üblichen Länge von 15.000 Wörtern etwa 4 Stunden. Die Nachbearbeitung dauert mit etwa 6 Stunden noch einmal etwas länger, sodass wir insgesamt in 10 Stunden einen kompletten Band aufnehmen können.

 

Nun folgt das Hochladen, durch dessen Schritte euch die jeweilige Plattform führt. Ich hoffe, dieses Tutorial hat dir dabei geholfen, dein eigenes Hörbuch aufzunehmen und vielleicht sogar deine Karriere als professioneller Sprecher zu starten!

 

Ein Aspekt, auf den ich heute nicht eingegangen bin, ist das Sprechen selbst. Wie man dialektfrei, korrekt betont und gut verständlich artikuliert, würde diesen Rahmen sprengen. Hierfür würde ich dir empfehlen, einige der zahlreichen Videos zum Thema durchzuarbeiten. 

 

Empfehlungen und nützliche Links

Die von mir eingesetzten Geräte kannst du allesamt bei Amazon finden. Es handelt sich im Detail um dieses Mikrofon*, dieses Audio-Interface*, dieses Galgenstativ* und diese Mikrofonspinne*. Alle Produkte haben sich für mich bewährt und besitzen ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. 

 

Wenn du noch Tipps und Tricks zum Self-Publishing (egal ob E-Book oder Hörbuch) brauchst, solltest du außerdem einen Blick in mein kostenloses Webinar zum Thema werfen. Es bildet den perfekten Einstieg in die Materie und wird dir helfen, mit deinem eigenen Online-Business Geld zu verdienen. 

 

Möchtest du ein Buch im Self-Publishing herausbringen, kann dich die Suche nach einem passenden Ghostwriter vor eine gewaltige Aufgabe stellen. wirschreibendeinbuch.de ist, nach meiner nicht ganz geringen Erfahrung, der beste Anbieter, was Preis und Qualität betrifft. Mit meinem Gutscheincode “CK73A” erhältst du dabei 1.000 Wörter (das entspricht etwa 27 Euro) kostenlos!

 

Ansonsten findest du Ghostwriter für dein Selfpublishing eBook bzw. Taschenbuch auch auf content.de. Zur Registrierung kommst du hier*.

 


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